auf  seinen  Sitz  am  Kamin  nieder  und  versank  aufs  neue  in
seinen  vorherigen  Sustand.  Still  wie  in  der  Kirche  betrachteten
wir  ihn  mit  warmer  Teilnahme.  Nach  einer  Weile  hob  Caulincourt
  wieder  an:  „Rber  Sire,  der  herzog  von  Tarent  [Marschall
  Macdonald]  wartet;  es  ist  die  höchste  Seit,  daß  er  abreist,
  der  Kustausch  der  Ratifikationen  soll  innerhalb  24  Stunden
  stattfinden."“

Der  KNoaiser  schüttelte  sich,  als  wenn  er  sich  ermuntern
wollte  und  stand  lebhafter  wie  vorher  auf.  Sein  Blick  war
freier,  sein  Gesichtsausdruck  aber  gramvoll  und  schmerzzerrissen.
  „Mir  ist  jetzt  etwas  besser,“  sagte  er.  Dann  nach
einem  tiefen  Ktemzug  fuhr  er  fort:  „Herzog  von  Tarent,  ich
bin  in  diesem  Zugenblick  nicht  fähig,  Ihnen,  so  wie  ich  es
möchte,  meinen  Dank  für  Ihre  hingebende  Treue  und  Zufopferung
  auszusprechen.  Ich  gestehe,  daß  ich  Sie  verkannt
habe;  man  hatte  mich  gegen  Sie  eingenommen.  Diele  von
denen,  die  ich  mit  Seichen  meines  Wohlwollens  überschüttete,
haben  mich  jetzt  im  Unglück  verlassen,  und  Sie,  gerade  Sie,
der  Sie  mir  keinen  Dank  schulden,  sind  mir  treu  geblieben.
Diese  Erfahrung  zu  spät  zu  machen,  ist  für  mich  ebenso
beschämend  als  schmerzlich.  Wie  gern  würde  ich  Ihnen  meinen
Dank  noch  in  anderer  Weise  als  mit  bloßen  Worten  zu  erkennen
  geben,  ich  bin  aber  jetzt  machtlos  und  arm.“  —  „„Ich
bitte  Eure  Majestät,“  unterbrach  ich,  „überzeugt  sein  zu
wollen,  daß  ich  mich  in  meinem  handeln  niemals  von  der
Kussicht  auf  Gewinn,  sondern  lediglich  immer  nur  von  dem
Gebot  meiner  Hflicht  und  Schuldigkeit  leiten  ließ,  wie  ich  das
auch  fernerhin  tun  werde.“  —  „O,  ich  weiß  das,“  entgegnete
er  mit  Wärme,  „mir  sind  die  Eelegenheiten  gar  wohl  bekannt,
  bei  denen  Ihre  Uneigennützigkeit  es  verschmähte,  sich
ein  Dermögen  zu  erwerben,  und  Sie  sogar  das  Ihnen  Dargebotene
  nicht  annahmen.  Indessen,“  fügte  er,  mir  die  Hand
reichend,  hinzu,  „ein  kleines  Kndenken  wenigstens  werden  Sie
von  mir  nicht  ausschlagen.  Ich  haben  Ihnen  den  Säbel  Murad
Beys,  den  ich  in  der  Schlacht  am  Berge  Tabor  trug,  zugedacht.
Möge  er  Ihnen  ein  bleibendes  Seichen  meiner  Dankbarkeit
und  Freundschaft  sein.“

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