in  die  Ohren.  Zwei  Uhr  morgens  kam  man  durch  Orange,
—  dasselbe  Schauspiel.  Erst  gegen  sechs  Uhr  am  25.  April
war  man  bei  Koignon.  Eine  Strecke  vor  der  Stadt  standen
die  Postpferde,  um  sie  herum  Massen  von  Leuten,  die  nur
darauf  zu  warten  schienen,  ihrem  Ingrimm  TLuft  zu  machen.
„A  bas  Nicolas  [Spottname  auf  Uapoleonl,  le  tpran,  le
coquin,  le  mauvais  gueux“  [Nieder  mit  dem  Uyrannen,  dem
Spitzbuben,  dem  schlechten  Kerll]  und  noch  viel  ärgere  Titel,
und  dann  wieder:  „Vive  le  Roi,  vivent  les  Alliés,  nos  libérateurs!“
  Die  wütendsten  aus  dem  Haufen,  Weiber  vor  allen,
drängten  sich  an  den  Wagen  Uapoleons,  drohten  ihm,  schrien
ihm  ihre  Schimpfworte  in  die  Ohren,  die  dann  die  Menge
im  Chor  nachbrüllte.  Selbst  Steine  flogen  gegen  die  Kutsche.
Seinen  Jäger,  der  auf  dem  Bocke  saß,  wollte  man  zwingen,
„vive  le  roi“  zu  rufen,  und  einer  der  Kecksten  stürzte,  als
jener  stumm  blieb,  mit  dem  Säbel  auf  ihn  los  ..  .  Den
nächsten  Kuftritt  gab  es  im  Dorfe  Orgon,  Bouches-du-Rhöne,
etwa  1  Uhr  nachmittags.  Eerade  an  der  Stelle,  wo  die
Pferde  zum  Umspannen  in  Bereitschaft  standen,  hing  eine
Strohpuppe,  welche  Uapoleon  vorstellen  sollte,  beschmutzt  und
mit  Blut  bespritzt,  an  einem  mit  allerhand  Schmähworten
beschriebenen  Galgen;  etwa  hundert  Personen  mit  riesigen
weißen  Kokarden  standen  auf  dem  DPlatze  und  erhoben,  als
der  Kaiserwagen  anfuhr,  ein  wütendes  Eeschrei:  „A  bas  le
voleur,  I’assassin,  à  bas  Nicolas!“  Uieder  mit  dem  Dieb!
dem  Mörder  !I  Man  hob  sich  gegenseitig  in  die  höhe,  um
in  den  Wagen  hineinsehen  und  hineinschimpfen  zu  können,
während  Uapoleon,  neben  seinem  COberstmarschall  [Bertrand]
in  die  Ecke  gedrückt,  bleich  und  entstellt  da  saß,  ohne  ein
wWort  hervorzubringen.  Die  Kommissäre  sprangen  aus  den
Kutschen,  den  Kaiser  mit  ihrem  Leibe  zu  decken  ..  .  Nur
mit  der  äußersten  Kustrengung  gelang  es,  die  Pferde  umzuspannen,
  und  mit  ihnen  davon  zu  jagen,  den  andern
Kutschen  weit  voraus.  —  Ein  dem  Sug  entgegenkommender
Reiter  berichtete  von  der  aufgeregten  Stimmung  in  Marseille,
  Kix  und  Lambesc.  Uapoleon  gab  sich,  bei  aller  Zufmerksamkeit,
  die  er  dem  Erzählenden  schenkte,  den  Sschein,

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