als  ob  er  seinen  Worten  keinen  Glauben  beimäße.  Kaum  aber
daß  jener  fort  war,  ließ  er  halten,  zog  im  Wagen  einen
schlichten  blauen  Überrock  an,  setzte  einen  runden  hut  auf,
den  er  mit  einer  auffallenden  weißen  Kokarde  zierte  und
bestieg  ein  PDostpferd,  auf  welchem  er,  nur  von  dem  Vorreiter
  begleitet,  mit  verhängten  Sügeln  die  Straße  dahin
sprengte.  So  ritt  er  bis  vor  Kix,  kehrte  aber  wieder  um
und  stieg  in  einer  armseligen  herberge  La  Calade  ab,  wo
er  sich  für  den  britischen  Obersten  Neil  ampbell  ausgab.
Die  Wirtin,  eine  kleine  lebhafte  Drovengalin,  sagte  zu  Napoleon,
  den  sie  für  den  Engländer  nahm:  sie  hoffe,  das
Dolk  werde  ihm  den  Garaus  machen,  ehe  er  auf  das  UMeer
komme;  sollte  der  Derwünschte  aber  dennoch  mit  heiler  haut
an  die  Küste  gelangen,  so  rate  sie  den  Obersten  [Qampbelll,
sich  ja  nicht  mit  jenem  einzuschiffen,  denn  sie  hoffe,  man
werde  Mittel  finden,  ihn  in  der  See  zu  ersäufen;  ob,  sans
doutel“  „Sans  doute,"“  bekräftigte  der  falsche  Sir  Neil.4
Kls  Napoleon  mit  seinem  Kammerdiener  Pélart  allein  war,
sank  er,  der  fast  zwei  Uächte  kein  ZKuge  zugetan  hatte,  auf
der  Schulter  desselben  in  Ichlummer.  Wieder  erwachend  sprach
er  niedergeschlagen,  halb  zu  Pélart,  halb  zu  sich  selber:
„Ich  werde  für  immer  dem  politischen  Leben  entsagen,  ich
will  mich  um  nichts  mehr  kümmern  was  vorgeht.  Ich  werde
in  Porto-Ferrajo  lauf  Elbaj  glücklich  sein,  glücklicher  als
ich  es  je  gewesen;  ich  werde  mich  mit  den  Wissenschaften
beschäftigen.  Man  biete  mir  die  Krone  von  Europa  an,
ich  verlange  sie  mir  nicht.  Du  hast  gesehen  was  das  Dolk
ist!  Ich  hatte  wohl  recht,  die  Menschen  zu  verachten.  Und
dennoch,  dieses  Frankreich!  Welch  ein  Undank!  Mich  widert
der  Ehrgeiz  an,  ich  verlange  mir  nicht  mehr  zu  herrschen  .4

In  La  Calade  war  es  auch,  daß  Napoleon  in  seiner  Angst  die
österreichische  Generalsuniform  des  F.  M.  L.  koller  mit  dem  Bande
des  Theresienordens  anzog,  die  Feldkappe  des  preußischen  Obersten
  Grafen  Uruchseß  aufsetzte  und  sich  des  Russen  Schuwaloff
HMantel  umhing.  Der  Zdjutant  des  Grafen  Schuwaloff  mußte  sich
bequemen,  Uapoleons  Überrock  und  Hut  zu  nehmen,  „um“,  wie
Koller  sagt,  „nötigenfalls  für  den  Kaiser  angesehen,  infultiert

und  —  erschlagen  zu  werden.“  —  Kls  Napoleon  endlich  in  Sréjus
in  Sicherheit  war,  hatte  er  die  klägliche  Rolle,  die  er  auf  der  Reise

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