zu  hassen  mich  verstanden,  hätte  ich  auch  nie  auf  ihre  Treue
zählen  sollen.

Der  erste  Pariser  Friede.

In  Paris  zeigte  es  sich,  wie  nur  die  Not  die  Derbündeten  beleinander
  gehalten  hatte.  An  den  Monarchen  und  Diplomaten  waren
die  gewaltigen  Ereignisse  vorübergegangen,  ohne  daß  sie  den  Geist
der  Seit  begriffen  hätten.  Jede  Macht  sorgte  für  sich,  tat  nach
Kräften  der  andern  Kbbruch  und  übte  Grohmut  auf  Kosten  der
andern;  allen  voran  der  Zar  Klexander,  der  immer  mehr  unter
den  Einfluß  Talleyrands  geriet.  Breußen  und  vollends  die  deutsche
  Sache  standen  allein  mit  ihren  Dorkämpfern:  RKumboldt,  Stein,
hardenberg,  Gneisenau.  Frankreich  zog  Uutzen  aus  der  Uneinigkeit
  der  Mächte  und  wurde  von  Tag  zu  Tag  anmaßender  in  seinen
Forderungen.  Die  Krmee  Napoleons  zeigte  jetzt  schon  den  Eeist,
der  sie  im  März  1815  wieder  zu  ihrem  alten  Herrn  führte.  —
Endlich  kam  am  30.  Mai  1814  der  Friede  zustande  zwischen
Cndwig  XVIII.  von  Frankreich  und  den  Mächten  österreich,  Großbritannien,
  breußen,  Rußland.  Das  Königreich  Frankreich  verlor
  nur  das  eroberte  Gebiet,  ja  es  erhielt  noch  Dergrößerungen
durch  deutsche  Landesteile.  Der  Rhein  und  Elsaß-Lothringen,  der
Schlüssel  zu  Deutschland,  blieb  in  der  Hand  SFrankreichs.  Das
verarmte  Preußen,  aus  dem  Napoleon  von  1807—1812  über  eine
Milliarde  Franken  erpreßt  hatte,  bekam  keine  Kriegsentschädigung.
Kônig  Ludwig  XVIII.  sagte:  „Lieber  300  Millionen  aufwenden,
um  die  Dreußen  zu  bekämpfen,  als  hundert,  um  sie  zu  befriedigen.“
Die  geraubten  Kunstschätze  blieben  in  Daris.  —  „Deutschland,"
so  hieß  es  im  FSriedensvertrag,  „wird  aus  unabhängigen  Staaten
bestehen,  die  durch  ein  föderatives  Band  vereinigt  sind.“  Dies
war  also  der  Siegespreis.  Die  deutsche  Frage  und  alle  anderen
noch  unerledigten  Angelegenheiten  wurden  an  einen  nach  Wien  zu
beschickenden  KTongreß  verwiesen.  Die  großen  und  freien  Cedanken,
  Hoffnungen  und  Kntriebe,  die  den  Krieg  zum  glücklichen
Ende  gebracht,  hatten  keine  Stimme  in  dem  Rate  der  „dreimal  verflackten
  Sicherheitskommissare  und  Saultiere",  wie  der  alte  Blücher
ie  Leute  vom  grünen  Uisch  genannt  hatte.  —  Km  15.  Mai  begann
der  Rückmarsch  der  verbündeten  Truppen  in  die  Heimat.  Uur  am
Rhein  blieben  von  Kehl  bis  Köln  etwa  40000  Mann  stehen.  Kaiser
granz  ging  nach  Wien,  der  SsSar  Klexander  und  der  König  von
Dreußen  mit  Blücher  nach  England.  —  Km  7.  Kugust  1814  zogen
die  preußischen  Sieger  durch  Das  wiedergewonnene  Brandenburger
Tor  in  Berlin  ein.  Kllenthalben  im  deutschen  Lande  aber  folgten
schwere  Sorgen,  freimütige  Forderungen  und  bittere  Kuklagen
den  Verhandlungen  des  Kongresses  in  Wien.

Die  Sieger  in  DHaris.
von  der  Marwitz  schreibt:  Jowie  der  Naiser  von  Rußland
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