Der  Einzug  der  Garden  in  Berlin
Ende  Juli  1814.

von  der  Marwitz  erzählt:  Der  König  reiste  im  Juni
mit  dem  Naiser  von  Rußland  und  mit  den  Ministern  nach
England  und  verbrachte  dort  einen  ganzen  Monat  mit  Sesten
und  TLustreisen.  Dann  nahm  er  den  Dorwand,  das  wieder
erworbene  Ueuschätel  zu  sehen,  um  noch  einmal  nach  DHaris
zu  gehen  und  ganz  Frankreich  zu  durchreisen,  wo  er  vom
Döbel  insultiert  wurde.  Ende  Juli  kam  er  nach  Potsdam.
Die  Stadt  Berlin  hatte  einen  festlichen  Empfang  bereitet,
Siegessäulen  errichtet,  Waffentrophäen  aufgestellt  usw.,  aus
Freude  über  seine  glückliche  Rückkehr,  aber  nicht  bloß  deswegen,
  sondern  auch  als  ein  Siegesdenkmal  für  die  Nation
und  das  heer  und  als  eine  herzenserhebung  zu  Gott  in
diesem  großen  Moment.  Er  ward  wütend,  es  mußte
vieles  abgerissen  und  alles  verdorben  werden;  und  so  hielt
er  mit  seinen  Garden  einen  militärischen  Einzug,  durch  leere
Straßen,  und  ohne  daß  eine  einzige  SFreudenstimme  laut
geworden  wäre.  So  war  es  ihm  recht,  und  er  gab  seine  Zufriedenheit
  zu  erkennen.  Dierzehn  Tage  vorher  hatte  ich
an  der  Spitze  der  Berliner  Landwehr,  und  noch  früher  die
freiwilligen  Jäger  ihren  Einzug  gehalten,  wo  alle  Straßen
wogten,  alle  Fenster  voll  waren,  die  Blumenkränze  flogen  und
das  Jubelgeschrei  die  Luft  erfüllte.  Km  meisten  war  ich  mit
meinen  Lebusern  in  Frankfurt  geehrt  worden.

(von  der  Marwitz,  Nachrichten  aus  meinem  Leben.)

Der  Freiherr  von  Stein  an  seine  Frau.
Daris,  10.  Kugust  1814.

Hier  bin  ich  in  Paris,  seit  gestern,  dem  Jahrestage
meiner  Ankunft  in  Dresden  —  welche  Ereignisse  seitdem,  welcher
  sbgrund  von  Unglück,  aus  dem  wir  gerettet  sind
Su  welchem  Grade  von  Glück,  von  Unabhängigkeit,  von  Ruhe
sind  wir  gekommen,  —  wir  wagen  endlich,  uns  dem  Genuß
der  Gefühle  hinzugeben,  welche  diese  Lage  einflößt,  und
im  Frieden  in  den  Schoß  unserer  Familie  zurückzukehren,  das
Los  derer,  aus  denen  sie  besteht,  gegen  das  Unglück  gesichert.

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