und  auszustellen,  wie  wird  es  uns  künftig  ergehen,  wenn
wir  etwa  bei  Gelegenheit  über  Unbill  zu  klagen  hätten?  —
Einem  alten  treuen  Bedienten  erlaubt  man  ja  wohl  ein
Wort  mitzusprechen,  aber  das  treue  Volk  soll  immer  nur
schweigen?  —  immer  nur  fechten?  immer  nur  geben?  und
nie  mitreden?  Das  ist  eine  sehr  engherzige  oder  sehr  zweideutige
  Holitik.

Gentz  an  den  Sürsten  Caradja,
Hospodar  der  Walachei.

Wien,  9.  Dezember  1814.

Die  Souveräne  unterhalten  sich  in  Wien  so  gut  sie
können.  Ein  geistreicher  alter  Mann  (der  Fürst  von  LCigne)
sagte:  „Le  congrès  danse  mais  il  ne  marche  pas.“  „Geht  der
Kongreß  nicht  vorwärts,  so  tanzt  er  wenigstens.“  Eine  durch
ihre  böse  Sunge  bekannte  Dame  der  Gesellschaft  machte  dazu
die  treffende  Bemerkung:  „Wenn  er  nur  nicht  am  Cnde
springt!“

GEneisenau  an  Tlausewitz
über  weibliche  Einflüsse  auf  dem  Wiener  Kongreß

Berlin,  12.  Dezember  1814.

UÜbrigens  ist  das  dortige  gesellschaftliche  Treiben  des  hohen
Swecks  unwürdig,  wegen  dessen  man  sich  versammelt  hat.  So
wie  bei  dem  Beitritt  österreichs  zur  Koalition  wohltätig,  so
wirken  hier  entzweiend  die  h  —  und  es  sind  darüber
hier  die  ärgerlichsten  Knekdoten  im  Umlauf..  Man  wird
an  der  Vorsehung  irre,  wenn  man  sieht,  welcher  Mittel  und
Dersonen  sie  sich  bedient,  um  die  Welt  zu  verwirren,  zu  versöhnen
  und  zu  retten.

Kaiser  Franz  I.  über  die  sächsische  Frage.

Stein  erzählt:  Die  Kbsicht  des  Kaisers  Franz  bei  der
Kbfindung  des  Uönigs  von  Sachsen  mit  seinem  alten  Lande
ergab  sich  am  deutlichsten  aus  seiner  Unterredung  mit  dem
herzog  von  Weimar.  Dieser  äußerte,  er  halte  die  Teilung
von  Sachsen  für  nachteilig  in  administrativer  hinsicht  und
weil  die  Gärung  in  den  Gemütern  erhalten  werde.  „Das

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