ist  schon  recht,“  antwortete  er,  „dann  kommen  die  beiden
Teile  um  so  eher  wieder  zusammen.“  Er  will  also  im  Land
seines  Bundesgenossen  einen  Samen  der  Zwietracht  und  der
Gärung  unterhalten,  um  ihm  das  blutig  Errungene  wieder
zu  entreißen.

(Tagebuch  des  Freiherrn  v.  Stein  während  des  Wiener  Kongresses.)

Die  Wiener  hölle.
Dezember  1814.

Karl  von  Nostitz  erzählt:  Uäglich  häufen  sich  die  Lorderungen,
  wie  immer  mehr  und  mehr  böse  Geister  aufsteigen,
sobald  ein  Sauberer  die  hölle  beschwört  und  das  Lösungswort
vergessen  hat.  Wer  verlangt  und  nichts  erhält,  ist  unzufrieden
und  hetzt.  Sogar  die  von  Napoleon  Dotierten  haben  ihren
Kbgesandten,  und  die  Marschälle  fordern  frech  ihre  Güter  in
Deutschland  zurück.

(Aus  Karl  von  Nostitz'  Leben  und  Briefwechsel.)

Karl  von  Uostitz  über  den  Wiener  Kongreß.
Dezember  1814.

Was  das  innere  Getriebe  des  Nongresses,  seinen  diplomatischen
  hergang  betrifft,  so  hat  er  noch  kein  einziges
bedeutendes  Resultat  gegeben,  und  es  ringen  im  Derborgenen
feindselige  Geister  mit  den  Dolchen  der  Intrige  unter  den
Samt.  und  Hurpurmänteln  gegeneinander.  Die  Politik  er.
scheint  auch  hier  wieder  einseitig  und  kleinlich  gewinnsüchtig,
teils  aus  dem  Grunde  bösen  Willens,  oft  auch  aus  jenem  von
Derschiedenheit  der  Ansichten  unter  den  hier  zusammenge.
tretenen  Unterhändlern.  Dadurch  werden  sie  ränkevoll  und
mißtrauisch,  und  es  verlieren  die  fürstlichen  Suschauer  immer
mehr  und  mehr  die  Lust,  sich  auf  dem  Felde  der  Diplomatie
zu  vereinigen,  wo  bald  diesem,  bald  jenem  die  Kabale  Rechte
angreift,  welche  auf  einem  anderen  Helde  die  offene  Gewalt
nicht  würde  untergehen  lassen.  Darum  scheint  die  Anwesenheit
der  Fürsten  nichts  Gutes  zu  bewirken,  und  wird  sie  nicht  noch
durch  einen  schnellen  und  unvorhergesehenen  Wechsel  so  heilbringend
  und  segensreich  wie  das  Sonnenlicht,  so  haben  zu

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