an  Kenntnissen,  an  Krbeitsamkeit,  an  Wahrhaftigkeit.  Er
liebt  Derwicklungen,  weil  sie  ihn  beschäftigen  und  es  ihm
an  Kraft,  Tiefe  und  Ernst  fehlt  zur  Geschäftsbehandlung  im
großen  und  einfachen  Stil.  Er  bringt  auch  oft  durch  seinen
Leichtsinn,  seine  Geschäftsabneigung,  seine  Unwahrheit  welche
hervor,  ohne  es  zu  wollen.  Er  ist  kalt  und  daher  abgeneigt,
die  edleren  Gefühle  im  Menschen  anzusprechen.  Daher  kam  es.
daß  dem  österreichischen  Heer  alle  Begeisterung  fehlte,  die
allein  zur  Selbstaufopferung  und  zur  Kusdauer  im  Unglück
  führt.  Seine  Fehler  verhindern,  daß  er  nicht
den  großen  Einfluß,  die  feste  Stellung  gegen  seinen  herrn
und  gegen  das  Dublikum  erlangt  hat  und  behauptet,  den
er  brauchen  würde,  um  die  Schwäche,  das  Vorurteil  des
ersteren  unschädlich  zu  machen,  die  mannigfaltigen,  geheimen
Einwirkungen  zu  vernichten  und  um  das  letztere  kräftig
zu  beherrschen.  Er  muß  mit  dem  einen  und  dem  andern  unterhandeln
  und  Mittelwege  einschlagen,  die  äußerst  verderblich
sind.  —  —  „Metternich  ist  sehr  gut  und  wohlwollend;  er  ist
aber  faul,  eitel  und  stolz“:  sagte  mir  seine  Freundin,  die
Gräfin  5.(lora)  W.  (rbna).

Der  Tanz  auf  dem  Wiener  Kongreß.

Narl  von  Uostiz  erzählt  aus  dem  Januar  1815:  Der  Tanz
ist  langweilig  und  verändert  wie  ganz  Wien.  Sonst  schwebte
alles  im  Taumel  des  Walzers  bunt  durcheinander,  und  man
erholte  sich  nur  an  Quadrillen  und  Erossaisen;  jetzt  fast  nichts
als  Dolonaisen,  die  von  alten  Damen  mit  den  großen  herren
durch  die  Reihen  der  Simmer  abgetanzt  werden.

(Kus  Karl  von  Nostitz'  Leben  und  Briefwechsel.)

Die  Hürsten  auf  dem  Wiener  Kongreß.

Narl  von  Uostitz  erzählt  unterm  23.  Januar  1815:
Das  Unbeachtetste  in  Wien  sind  die  Fürsten,  weil  man  so  sehr
an  ihren  Kublick  gewöhnt  ist.

Der  Kaiser  Klexander  ist  einfach,  glänzend  und  vornehm
zuvorkommend.  Sein  Hang  für  die  Frauen  spricht  sich  so  deutlich
  aus,  daß  die  russischen  Damen  manchmal  ungehalten  sind

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