über  die  RKufmerksamkeit,  welche  ihr  Monarch  den  Wienerinnen
  bezeigt.  Doch  bleiben,  soviel  man  weiß,  alle  Gunstbezeigungen
  in  den  Schranken  des  öffentlich  gesellschaftlichen
Cebens.

Der  König  von  Preußen  sieht  immer  aus  wie  Groll  und
Sorn;  wenn  er  auch  von  dieser  Kongreßkost  sich  zuweilen
nährt,  so  täuscht  das  Ansehen  doch  gar  sehr.  Er  ist  im  Gegenteil
  sehr  empfänglich  und  bezeigt  eine  romantische  Beständigkeit
  für  Julie  Sichy,  die  man  auch  für  Gewöhnung  auslegen
möchte.  Die  Frau  weiß,  wie  in  Potsdam  die  DHarade  sich
stellt,  wie  sonst  und  jetzt  die  Dreußen  angezogen  waren  usw.
und  regaliert  dafür  die  courtoisierende  Majestät  mit  Erhabenheit
  und  Religion.  Diese  Gespräche  dauern  oft  ganze
Abende,  im  traulichen,  doch  scheinbar  finsteren  téte-àtöte.

Der  König  von  Dänemark,  hier  König  von  Dantelmarkt
genannt,  läuft  allenthalben  herum,  ist  gutwillig  und  zuweilen
verständig,  nur  zu  gemein  herablassend,  immer  unter  der
Menge  verloren.

Der  König  von  Bayern  sieht  aus  wie  ein  grober,  verdrießlicher,
  bayerischer  Fuhrmann,  hat  aber  dabei  einen  Kustrich
  von  Biederkeit  und  Rechtlichkeit.  Es  ist  der  bürgerlichste
König.

Der  Kronprinz  von  B.  sieht  schlecht  aus,  ein  fahles
haar,  ein  Mund  ohne  zähne,  eine  Eestalt  ohne  Kusdruck
Er  spricht  gern,  hilft  sich,  wo  es  nicht  anders  geht,  durch
Hragen,  die  oft  ungeschickt  herauskommen,  breitet  sich  aber
lieber  über  das  beliebte  Thema  deutscher  Eesinnung  usw.
aus.  Doch  das  Deutschland  der  Bayern  hört  bei  ihren  Grenzmarken
  auf.  Die  Sprache  des  Prinzen  ist  schwer;  noch  schwerer
aber  sein  Gehör.  Seine  Art  ist  gütig  und  zuvorkommend,  doch
nimmt  sie  niemand  für  gnädig,  weil  sie  sich  so  rund  und  leer
bingibt.

Der  Eroßherzog  von  Baden,  groß,  dunkel,  leer  und
gesund.

Der  herzog  von  Koburg  ist  groß  und  stark,  doch  nicht
zum  vorzüglichen  Ruhm  großer  Menschen,  denen  man  nicht
mit  Unrecht  nur  zu  oft  Kleinheit  des  GEeistes  vorwirft.

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