Kaiserin  Marie  Luise  und  Eugène  Beauharnais'  zu  seiner
eigenen  mit  vieler  Lebhaftigkeit  machte,  für  die  erstere  Darma
und  Hiacenza  forderte,  für  den  anderen  eine  Souveränität
in  Italien:  ungeachtet  Kaiser  Franz  sich  erklärt  hatte,  daß
er  auf  Darma  und  Hiacenza  entsage  und  seiner  Tochter  Güter
in  seinen  Erbstaaten  geben  wolle.  Diese  hatte  an  Kaiser
Klexander  geschrieben  und  seine  Unterstützung  erbeten.  Sie
ist  eine  flache  französische  Frau,  die  den  Schein  annimmt,  alles
Deutsche  vergessen  zu  haben,  und  sich  von  General  Neipperg
die  Cour  machen  läßt.

Der  Minister  Theodor  von  Schön  über  Stein.
Bis  zu  welcher  Schärfe  gelegentlich  die  GEegensätze  unter  den
führenden  Männern  sich  zuspitzten,  geht  aus  der  folgenden  brieflichen
  äußerung  Schöns  an  den  Burggrafen  Ferdinand  Zlexander
von  Dohna  hervor.

Köônigsberg,  8.  März  1815.
Stein  nennt  man  als  den  konsequentesten  Mann  in  Wien,
und  dieser  hat  keinen  Gedanken.  Er  bettelt  allenthalben,  wie
er  sich  jetzt  auch  vom  König  von  Sachsen  einen  Klmosen  hat

geben  lassen,  den  er  schon  vom  Kaiser  von  Rußland  erhalten  hat.

Die  nämliche  medisante  Schonungslosigkeit  verrät,  was  Klexander
  Graf  von  Dohna  an  Theodor  von  Schön  über  Wilhelm  von
Humboldt  und  Friedrich  Eentz  schreibt:

Schlobitten,  4.  März  1815.

In  Wien  geht  es  ja  so  miserabel  wie  möglich  her.  Humboldt
  spielt  eine  Lakaienrolle  und  beweiset,  daß  ein  Mensch,
der  nur  Derstand,  Ränke  und  Gelehrsamkeit  besitzt,  ohne
Charakter  —  doch  eeein  ist.  Gentz  und  Kdam  Müller
spielen  in  Wien  eine  große  Rolle.  Gentz  hat  Humboldt  seit
25  Jahren  in  die  Tasche  gesteckt;  seit  ebenso  langer  Seit  kenne
ich  Gentz  als  mein  Ideal  menschlicher  Bosheit,  als  den  echtesten
Mephistopheles,  aber  noch  schlechter,  als  einen  der  talentvoll.
sten,  unterrichtetsten  Menschen.

(Kus  den  Papieren  des  Ministers  von  Schön.)

Die  Stellung  des  Freiherrn  vom  Stein  auf  dem
Wiener  Kongreß.
Kus  seinem  Uagebuch,  Anfang  März  1815:

Kus  dem  halbverhältnis,  in  dem  ich  stand,  konnte  nur
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