Raum,  als  könnten  diese  Truppen  am  Tage  einer  Schlacht,
einen  kritischen  Moment  wahrnehmend,  sich  dem  Feinde  anschließen.
  Diese  Besorgnis  schien  um  so  begründeter,  als  die
eigenen  Offiziere  ihrer  Truppen  nicht  mehr  ganz  Herr  waren
und  eine  Spaltung  unter  ihnen  obwaltete.  Unter  diesen  Umständen
  wurden  diejenigen  UTruppenteile,  die  zu  derartigen
Besorgnissen  den  meisten  Knlaß  gegeben  hatten,  weiter  rückwärts
  verlegt.

Die  Kufregung  unter  einem  Teile  der  sächsischen  Truppen
kam  am  2.  Mai  auch  wirklich  zum  Kusbruch,  als  der  vielleicht
verfrühte  Befehl  unseres  Königs  aus  Wien,  die  Uruppen
nach  Maßgabe  der  auf  dem  Wiener  Kongreß  beschlossenen
Teilung  des  Königreichs  Sachsen  voneinander  zu  sondern,  nach
Lüttich  gelangt  war  und  dort  bei  der  TLeibgarde  und  der
Grenadiergarde  in  Dollzug  gesetzt  werden  sollte.  Es  brach
unter  den  Soldaten,  die  sich  der  Teilung  mit  Gewalt  widersetzen
  wollten,  ein  förmlicher  Kufruhr  aus,  und  in  wilder
Masse  wälzten  sie  sich  auf  Blüchers  ohnung  zu.  Die  eigenen
Offiziere  konnten  den  Strom  nicht  aufhalten,  sie  hatten  das
Dertrauen  ihrer  Untergebenen  verloren  und  die  Bande  des
Gehorsams  waren  zerrissen.  Die  um  Blücher  versammelten
preußischen  Offiziere  stürzten  der  vordringenden  Masse  mit  gezogenem
  Säbel  entgegen  und  suchten  die  Gefahr,  die  Blücher
drohte,  abzuwenden.  Der  General  Müffling,  der  eben  keine
Ehrentitel  an  die  Zufrührer  richtete,  hätte  bald  Uätlichkeiten
erfahren.  Unter  diesen  Umständen  drang  Blüchers  Umgebung
in  ihn,  auf  seine  persönliche  Sicherheit  Bedacht  zu  nehmen,  bis
er  endlich  nachgab  und  sich  einen  Kusweg  durch  den  Garten
hinter  seinem  hause  öffnete.  Elücklicherweise  gelang  es,
Blüchers  Wohnung  gegen  das  Eindringen  der  erhitzten  Menge
zu  schützen  und  dadurch  ein  Unglück  und  eine  schreckliche  Tat
abzuwenden.  Die  sächsische  Wache  unter  einem  hauptmann
Geibler  hatte  das  große  Derdienst,  zur  herstellung  der  Ruhe
durch  ihr  kräftiges  Einschreiten  das  meiste  beigetragen  zu
haben,  wofür  dem  Offizier  und  seiner  Mannschaft  der  größte
Dank  gebührt.

Daß  ein  solcher  Vorfall  wie  dieser  RKufruhr  nicht  un-409

