gestraft  bleiben  konnte  und  in  dem  Zugenblicke  des  ausbrechenden
  Krieges  nach  aller  Strenge  gebüßt  werden  mußte,
versteht  sich  von  selbst  und  ließ  sich  von  Blüchers  eisernem
Charakter  wohl  erwarten.  Er  verfügte,  daß  die  aufrühre—
rischen  Bataillone  entwaffnet,  die  entehrte  Fahne  des  Gardebataillons
  vor  der  Front  desselben  verbrannt,  die  Rädelsführer
  erschossen,  und  wenn  diese  nicht  ausgeliefert  würden,
dieses  Los  jeden  zehnten  Mann  treffen  solle,  die  übrigen  aber
als  Gefangene  nach  Magdeburg  abgeführt  werden  sollten.
Ausgenommen  hiervon  war  die  unter  dem  Hauptmann  Geibler
befindlich  gewesene  Wache  und  alle  diejenigen  Mannschaften,
die  anderweit  kommandiert  und  nicht  gegenwärtig  gewesen
waren.  General  Borstell  wurde  befehligt,  das  ausgesprochene
Strafurteil  in  Dollzug  setzen  zu  lassen.  Derselbe  fand  das
Urteil  zu  hart  und  suchte  beim  Fürsten  Blücher  eine  Milderung
  desselben  herbeizuführen,  insbesondere  was  das  Derbrennen
  der  LFahne  betraf,  in  welcher  Beziehung  er  dem  Fürsten
  die  Befugnis  dazu  absprach.  Da  Eeneral  Borstell  sich  zu
fügen  nicht  geneigt  war,  so  suspendierte  ihn  der  Fürst  vom
Kommando  des  2.  Armeekorps  und  schickte  ihn  von  der  Armee
zurück.  Derselbe  wurde  hierauf  vor  ein  Kriegsgericht  gestellt,
welches  ihm  einen  vierjährigen  Festungsarrest  zuerkannte,
dessen  Kusspruch  auch  die  königliche  Bestätigung  erhielt.  Das
Kommando  des  Krmeekorps  wurde  dem  Generalleutnant
von  Dirch  I  verliehen.

Das  von  Blücher  ausgesprochene  Erkenntnis  wurde  nunmehr
  vollzogen,  die  Fahne  verbrannt,  und  da  die  Soldaten
sich  weigerten,  die  Rädelsführer  auszuliefern,  so  begann
die  Dezimierung.  Als  der  erste  Mann  vorgezogen  wurde,
um  erschossen  zu  werden,  und  nun  zu  deutlich  erkannt  wurde,
daß  keine  Gnade  mehr  zu  erwarten  sei,  bequemten  sich  die
Truppen  zur  Kuslieferung  der  Rädelsführer.

(von  Reiche,  Memeoiren.)
Blücher  an  seine  Frau.
Lüttich,  ohne  Datum.

..  die  nachricht  wird  nach  Berlin  kommen,  daß  die

Saxen  mich  haben  ermorden  wollen,  aber  kehre  dich  an  nichts,

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