18—20000  Mann  stark,  und  redete  sie  an:  „Soldaten!  die
Schlacht  ist  verloren  und  mit  ihr  Frankreich;  ihr  könnt  beides
retten;  wir  nehmen  jene  Kuhöhe  weg,  an  welche  die  Engländer
  ihren  rechten  Flügel  angelehnt  haben!“  —  Wir  hörten
das  laute  Vive  PEmpereur!  —  Die  Kolonnen  wälzten  sich
ruhig  und  geschlossen  den  Berg  herauf.  Wellington  hatte
gleich  die  Zbsicht  des  Feindes  erkannt  und  ließ  soviel  Kr.
tillerie  als  möglich  zusammenbringen.  Mindestens  40  Kanonen
  mähten  .  in  dieser  Kolonne,  ohne  daß  sie  einen
Kugenblick  stockte.  Sie  rückte  bis  auf  die  höhe  hinauf
Ungefähr  6—8000  Mann  englischer  Infanterie  empfingen
die  Gardekolonnen  mit  einem  mörderischen  Kleingewehrfeuer
und  gingen  dann  mit  dem  Bajonett  auf  sie  los.  Alles  schrie
in  der  Sturmkolonne:  En  avant!  vorne  aber  kehrten  sie  jetzt
um  und  flohen  den  Berg  hinunter.

Die  Beute  von  Materloo.

Reiche  erzählt:  Die  Beute  war  unermeßlich;  mancher
FSüsilier  trug  2—3000  UNapoleonsd'or  mit  sich  fort.  Eine
kostbare  Agraffe  in  Diamanten  mit  Solitären  in  seltener
Größe  fand  sich  in  Uapoleons  Wagen  vor.  Zußerdem  fanden
sich  in  dem  Wagen  eine  große  Menge  ungefaßter  Diamanten,
deren  Geldwert  nicht  anzugeben  ist,  indem  viele  Hände  dabei
beschäftigt  waren,  auch  manche  umhergeworfen  und  zum  Teil
vertreten  wurden.  Als  ich  hinzukam,  war  man  gerade  mit
den  Diamanten  zu  Gange.  Ein  mir  bekannter  und  befreundeter
  Offizier  kam  auf  mich  zu,  griff  bald  hier,  bald  dort  in
seine  Taschen  und  brachte  mehrere  der  schönsten  Diamanten
heraus.  Sie  haben  ihm  jedoch  keinen  Segen  gebracht,  da  er
ein  großer  Derschwender  war.

Die  Soldaten  achteten  die  Diamanten  wenig.  Ihren  Wert
nicht  kennend,  hielten  sie  dieselben  für  gewöhnliche  Glasperlen,
womit  sie  nichts  anzufangen  wußten.  Ein  Soldat,  der  einen
schönen  Solitär  genommen  hatte,  zeigte  ihn  seinem  eben  hinzutretenden
  Kommandeur  als  etwas  Uöstliches.  Dieser  fragte,
was  er  für  den  Stein  haben  wollte.  Schmunzelnd  sieht  ihn
der  Soldat  an,  den  Stein  ihm  zwischen  zwei  Fingern  vorhal-3I

  Die  Befreiung.  481