fühle,  daß  ich,  als  Chef  des  Generalstabes,  nützliche  Dienste
leisten  könne,  und  daß  ich  daher  meine  kleine  Eitelkeit  gern
meinem  Dflichtgefühl  aufopfere.

Dieser  Entschluß  hat  wohl  dem  Staat,  nicht  aber  mir
Früchte  getragen

So  setzt  man  mich  hintan,  und  ich  klage  nicht.  Die
neuen  Ereignisse  treten  ein,  und  man  stellt  mich,  uneingedenk
  des  Schadens,  den  man  mir  getan  hat,  wieder  an
meinen  alten  Dosten.  Ohne  Murren  gehe  ich  dahin  ab  und
fange  meine  alte  Arbeit  wieder  an,  obgleich  der  in  Berlin
sich  offenbarende  Undank  meines  Seldherrn  mein  herz  mit
Bitterkeit  erfüllt  hat,  und  alle  Arbeit  mir  dadurch  doppelt
schwer  wird.  Es  ist  dies  eine  harte  Bestimmung,  nie  eines
eignen  Kommandos  wert  geachtet  zu  sein  und  stets  für  einen
andern  arbeiten  zu  müssen;  dabei  sich  in  seinem  Lohn  verkürzt
  zu  sehn,  kaum  von  den  Soldaten  gekannt  zu  sein.
Bei  aller  heiterkeit  meines  Gemüts,  bei  allem  mir  innewohnenden
  Dflichtgefühl;  bei  aller  meiner  Sähigkeit  zur
Resignation,  muß  ich  doch  eine  solche  Bestimmung  verwünschen
  und  verfluchen,  und  ich  bin  versucht,  meine  Klagen  laut
werden  zu  lassen,  damit  die  Welt  wisse,  wie  es  mit  mir  stehe.

Blücher  an  den  französischen  Kriegsminister
Marschall  Davout.
50.  Juni  1815.
Mein  herr  Marschall.

Es  ist  irrig,  daß  zwischen  den  verbündeten  Mächten  und
Frankreich  alle  Ursachen  zum  Kriege  aufgehört  haben,  weil
Uapoleon  dem  Uhron  entsagt  habe;  dieser  hat  nur  bedingungsweise
  entsagt,  zugunsten  seines  Sohnes,  und  der  Beschluß
der  vereinigten  Mächte  schließt  nicht  allein  Napoleon,  sondern
auch  alle  Mitglieder  seiner  Familie  vom  Uhron  aus.

Wenn  der  Eeneral  Frimont  sich  berechtigt  geglaubt  hat,
einen  Waffenstillstand  mit  dem  ihm  gegenüberstehenden  feindlichen
  General  zu  schließen,  so  ist  dies  kein  Motiv  für  uns,  ein
gleiches  zu  tun.  Wir  verfolgen  unsern  Sieg,  und  Gott  hat
uns  Mittel  und  Willen  dazu  verliehen.

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