nenden  Lunte  daneben,  wurden  auf  den  Brücken  aufgefahren.
  Diele  Dariser  wohnten  dem  Einzuge  bei,  aber  still,
fast  gleichgültig,  ohne  Bezeigung  von  Derdruß  oder  Freude.
Sie  schienen  durch  die  vielen  einander  folgenden  Ereignisse
ziemlich  abgestumpft  zu  sein  und  hatten  sich  bereits  für  alle
Sälle  vorgesehen.  Denn  viele  von  ihnen  drehten  während
unseres  Einzuges  ibre  dreifarbigen  Kokarden  um  und  trugen
nun  weiße.  Mir  ist  während  meines  ganzen  Zufenthalts
keine  Spur  von  Treue,  von  tieferem  Ergriffensein  vorgekommen,
  um  so  mehr  Bombast  und  theatralische  Hhrasen

(Denkwürdigkeiten  des  Generals  von  Hüser.)

Das  Ende  des  Kaisers  Mapoleon.

Kls  ein  Flüchtling,  belastet  mit  dem  Vorwurfe,  sein  ganzes
Heer  zugrunde  gerichtet  zu  haben,  erschien  Napoleon  am  21.  Juni
in  Paris  und  stieg  im  Elisèée-Halast  ab.  Er  berät  mit  seinen  Ministern;
  aber  die  Mammern  erklären  sich  in  DPermanenz  und  rufen  die
Minister  in  ihre  Mitte.  Vor  dem  Kaiser  tut  sich  ein  Qbgrund  auf.
Er  hat  nicht  mehr  den  Mut,  wie  am  18.  Brumaire  (9.  November)
1799,  da  er  mit  seinen  Erenadieren  die  Direktorialregierung  auseinandersprengte.
  Uur  eine  Stunde  Bedenkzeit  wird  ihm  gelassen,
  zwischen  Kbdankung  und  ZKöbsetzung  zu  wählen.  Am  22.
morgens  unterzeichnet  er  seine  Kbdankung  zugunsten  seines  Sohnes.
Louché,  der  ruchlose  Herzog  von  Otranto,  das  einstige  Haupt  von
Uapoleons  allgewaltiger  Holizei,  wird  Dräsident  der  provisorischen
Regierung.  Er  steht  in  geheimen  Beziehungen  zu  Wellington  und
den  Bourbonen.  Dapout,  der  Peiniger  Kamburgs,  wird  Kriegsminister
  und  Chef  der  Krmee.  —  Blücher  und  Wellington  mar.
schierten  mit  130000  Mann  gegen  Daris.  Es  kam  noch  zu
einzelnen  Kämpsen  zwischen  den  Derteidigern  von  Paris  und
den  Dortruppen  der  siegreichen  heere.  Don  Nancy  aus  eilten
unter  starker  Bedeckung,  ihren  hHeeren  voraus,  die  verbündeten
Monarchen  herbei.  —  Uapoleon  saß  vom  22.  bis  23.  Juni  in  den
öden,  verlassenen  Käumen  des  Elysée,  nur  von  einigen  Freunden
umgeben.  Kus  Besorgnis  vor  Unruhen  für  oder  gegen  ihn  nötigte
die  provisorische  Regierung  den  Naiser,  nach  Malmaison  zu  gehen
und  dort  die  HPässe  zu  erwarten,  die  er  für  seine  Reise  nach
Kmerika  bei  Lord  Wellington  nachgesucht  hatte.  Am  28.  Juni
vernahm  Uapoleon  den  Geschützdonner  von  den  Gesechten  vor
Daris  in  seiner  Einsamkelt  zu  Malmaison,  wo  er  als  erster  Konul
  seine  glücklichsten  Tage  verlebt  erg.  Die  ganze  Ceidenchast
  des  Kriegs  brach  in  ihm  aus.  Er  sordt  nach  Paris  und
bot  seine  Dienste  als  General  an;  schon  ließ  er  die  Pferde  satteln.

3:  ble  Befreiung  407