Aber  Davout  und  Fouché  ließen  sich  auf  nichts  ein.  Sie  besorgten,
  der  Gefürchtete  möchte  wieder  emporkommen,  auch  erfuhr
man,  daß  Blücher  ihn  in  Malmaison  aufheben  wolle.  So  wurde
Uapoleon  am  29.  Juni  nachmittags  5  Uhr  nach  Rochefort  (nördlich
  der  Mündung  der  Gironde,  10  km  vom  Ktlantischen  Ozean)  gebracht,
  um  sich  nach  Zmerika  einzuschilfen.  Kls  er  am  J.  Juli
dort  anlangte,  war  der  hafen  von  englischen  Kriegsschiffen  gesperrt.
  Uapoleon  stellte  sich  unter  den  Schutz  des  Prinzregenten
von  England  (späteren  Königs  Georg  IV.).

Es  war  aber  schon  beschlossene  Sache,  Mapoleon  auf  die  Insel
St.  Helena  zu  bringen.  Km  15.  Juli  ging  er  an  Bord  des  englischen
  Kriegsschiffs  „Bellerophon“,  das  unter  dem  Kommando  des
Kapitäns  Maitland  stand.  Das  Schiff  fuhr  die  französische  Küste
entlang  nach  Plymouth.  Die  englische  Regierung  degradierte
den  Kaiser  Mapoleon  auf  eigene  Hand  zum  General  Bonaparte.  Am
7.  ZKugust  brachte  ihn  der  Kdmiral  Lord  Keith  an  Bord  des  „Northumberland“.
  Unter  der  Bedeckung  von  zwei  ATruppentransportschiffen,
  einer  Fregatte  und  mehreren  Korvetten  trat  die  Northumberland
  die  Fahrt  nach  St.  Helena  an.  Am  16.  Oktober  1815,
dem  Jahrestag  von  Ceipzig,  landete  das  kleine  Geschwader  an  der
Insel.  Kls  Wohnsitz  wurde  dem  efangenen  ein  Haus  zu  Longwood
angewiesen.  Uur  wenige  Eetreue  durften  ihn  begleiten:  die  Generale
  Bertrand,  Gourgaud,  Montholon,  Cas  Cases.  Der  Mann,  der
Europa  von  Madrid  bis  moskau  zu  Pferde  d  irchmessen,  dessen  Rlesenphantasie
  noch,  als  er  am  20.  Kprit  1814  die  Treppe  des  Schlosses
von  Fontainebleau  herabstieg,  über  Ksien  brütete,  —  der  Kaiser
hatte  nun  nicht  viel  mehr  als  einen  geräumigen  Kerker  zum
Spielraum.  Richt  einmal  die  in  ihm  offenbar  gewordene  Kraft
und  Größe  der  menschlichen  Natur  vermochte  der  ihm  gesetzte
Gefangenenwärter  zu  achten.  Und  das  Bild  des  gewaltigen
Menschen,  wie  er  sich  unter  den  kleinlichen  Duälereien  seines
britischen  Wächters  Hudson  Lowe  langsam  verzehrt,  läßt  niemals
  den  Wunsch  verstummen,  er  möchte  unter  dem  Kanonendonner
  von  Waterloo  den  Tod  des  hHelden  gefunden  haben.

Napoleon  an  den  Prinzregenten  von  England.
Insel  RKix,  14.  Juli  1815.

Den  DHarteiungen,  welche  mein  Daterland  zerreißen,  und
der  Feindschaft  der  europäischen  Mächte  preisgegeben,  habe
ich  meine  politische  Laufbahn  beendigt,  und  ich  komme,  wie
Themistokles,  um  mich  am  herd  des  britischen  Dolkes  niederzulassen.
  Ich  stelle  mich  unter  den  Schutz  seiner  Gesetze,  den
ich  von  Ew.  Königlichen  hoheit  als  dem  mächtigsten,  beständigsten
  und  edelsten  meiner  geinde  in  Anspruch  nehme.

Napoleon.
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