Napoleons  Protest  gegen  seine  Deportation  nach
St.  Helena.

Auf  dem  Meere,  an  Bord  des
Bellerophon,  4.  August  1815.

Ich  protestiere  hier  feierlich  im  Angesicht  des  Himmels
und  der  Menschen  gegen  die  Derletzung  meiner  heiligsten
Rechte,  indem  man  gewalttätig  über  meine  Person  und  meine
Freiheit  verfügt.  Ich  bin  frei  an  Bord  des  Bellerophon
gekommen;  ich  bin  kein  Gefangener;  ich  bin  der  East  Englands.
  Ich  bin  freiwillig  auf  die  Zufforderung  des  Kapitäns
  hingekommen,  der  Befehle  der  Regierung  zu  haben
angab,  mich  aufzunehmen  und  mich  mit  meinem  Eefolge
nach  England  zu  führen,  wenn  mir  dies  angenehm  wäre.
Ich  bin  in  gutem  Glauben  hingekommen,  um  mich  unter  den
Schutz  seiner  Gesetze  zu  stellen.

Sobald  ich  den  Fuß  auf  den  Bellerophon  gesetzt  hatte,
war  ich  am  herd  des  britischen  Dolks.  Wenn  die  Regierung,
als  sie  dem  Kapitän  des  Bellerophon  den  Befehl  erteilte,
  mich  so  wie  mein  Gefolge  aufzunehmen,  mir  nur  eine
Falle,  eine  Schlinge  hat  legen  wollen,  so  hat  sie  ehrlos
gehandelt,  ihre  Flagge  gebrandmarkt.

Wenn  eine  solche  handlung  vollzogen  würde,  so  würden
die  Engländer  in  Sukunft  umsonst  von  ihrer  Loyalität,  von
ihren  Gesetzen  und  von  ihrer  Freiheit  sprechen:  die  britische
Treue  wäre  in  der  Gastfreundschaft  des  Bellerophon  verloren
gegangen.

Ich  appelliere  an  die  Geschichte.  Sie  wird  sagen,  daß  ein
Heind,  der  zwanzig  Jahre  lang  das  englische  Dolk  bekriegte,
in  seinem  Unglück  freiwillig  kam,  um  seine  Suflucht  unter
seinen  Gesetzen  zu  finden,  und  welchen  glänzenderen  Beweis
seiner  Hochachtung,  seines  Dertrauens  hätte  er  geben  können?
ber  wie  antwortete  England  auf  eine  solche  Großherzigkeit?
  Es  stellte  sich,  als  ob  es  diesem  Feinde  eine  gastfreundliche
  Hand  darreiche,  und  als  er  sich  in  gutem  Glauben  hingegeben,
  opferte  es  ihn!

Napoleon.

32.  499