kommenes  werden,  wenn  man  bei  der  Idee  blieb,  kein  Ober—
haupt  zu  wählen.  (Steins  Tagebuch.)

Der  deutsche  Bund  wider  das  deutsche  Reich

Kus  Arndts  Slugschrift  aus  dem  Sommer  1815:

Es  ist  also  gefallen,  das  schon  lang  gefürchtete,  schon  zum
voraus  allgemein  verfluchte  Cos!  Du  armes,  treues,  deutsches
Volk!  Du  sollst  keinen  Kaiser  haben.  Sie,  deine  Fürsten,
wollen  selbst  den  Kaiser  spielen  ..  .  Zicht  ein  Volk  sollst
du  sein,  nicht  deutsch  sollst  du  sprechen,  denken  und  handeln:
sondern  österreichisch  und  preußisch,  bayerisch  und  schwäbisch,
sächsisch  und  hannoverisch,  badisch  und  hessisch,  und  nach  drei
Generationen  wie  der  Jouverän  von  Krähwinkel  und  Widershausen,
  von  Schöppenstädt  und  Schilda,  von  Deutschroda  und
Winkelsleben!  Statt  eines  herrn  hast  du  ein  paar  Dutzend,
die,  wenn  es  deutsche  Sachen  betrifft,  nie  einig  werden  können,
und  die  dich  gegeneinander  jagen,  wenn  sich  einer  den  Knumaßungen
  des  andern  nicht  fügen  will.  Ist  der  äußere
Seind  abgetrieben,  so  gebärt  dein  Inneres  ein  Nest  voll  Ungeziefer,
  das  nur  leben  kann,  indem  es  sich  auffrißt

Uun  hat  doch  in  Deutschland  kein  Mund  sich  geöffnet,
ohne  nach  dem  Kaiser  zu  rufen!  In  Gedichten  ist  die  Sehnsucht
  nach  ihm  ertönt,  in  Geschichten  sind  seine  Wohltaten  dem
deutschen  Dolk  erzählt,  in  Holitiken  ist  seine  Notwendigkeit
dargetan,  in  Seitschriften  haben  ihn  die  Gelehrten  schon  gewählt,
  in  den  Seitungen  hat  das  Dolk  geziemend,  sittsam,
ruhig  ihn  gefordert!  —  Kber  hören  unsere  Fürsten?  hören
unsere  Minister?  Sind  sie  nicht  taub  gegen  die  öffentliche
Stimme  in  Deutschland?  Derachten  sie  nicht  die  Wünsche  des
deutschen  Dolks,  während  sie  den  ruh--  und  ehrlosen  Franzosen
eine  Konstitution  nach  deren  Wünschen  zuwerfen?  Diese  fürchten
  sie,  darum  sind  sie  auf  unsere  Kosten  gnädig  gegen  sie!
Der  gutmütige  Deutsche  aber  ist  nicht  zu  fürchten.  Mag  er
wünschen,  hoffen,  mit  Recht  fordern  —  das  kann  man  mit
Füßen  treten!..

..  .  Macht  das  deutsche  Volk  zu  einem  Dolk,  wozu  ihm
nichts  fehlt  als  eure  Einwilligung;  gebt  ihm  mit  ihm  eine  Der-504

