Frankreich  auf  höchstens  sieben,  mindestens  drei  Jahre.  Talleyrand,
nun  wieder  Minister  Ludwigs  XVIII.,  hatte  die  Dreistigkeit,  diese
Horderungen  abzulehnen.  Dies  war  den  Derbündeten  denn  doch  zu
viel.  Talleyrand  mußte  seinen  Ministerposten  verlassen.  Und  am
20.  November  erfolgte  endlich  der  Friede,  der  noch  manche  Gefälligkeit
  gegen  die  Franzosen  in  sich  schloß.  Die  drei  Monarchen  gingen
auseinander.  vorher  hatten  sie  noch,  vom  Saren  Klexander  dazu
ermuntert,  eine  Kllianz  geschlossen,  die  dem  Heuchelwerk  des  Friedens
  die  Krone  aufsetzte.  Schon  früh  hatten  sich  Frauenhände
in  die  Krbeit  der  Politik  gemengt.  Diesmal  war  es  eine  Frau
von  Hrüdener,  die  den  Saren  in  die  Rolle  des  Kpostels  eingeweiht
  hatte.  Die  „heilige  Kllianz“  war  eine  Hhrase,  unter  der

lich  nichts  verbarg  als  der  Geist  der  Reaktion,  zu  der  nur  noch
er  Name  der  christlichen  Religion  durch  sie  gemißbraucht  wurde.
Nach  einigen  Haraden  verließen  die  Monarchen  Frankreich.,  Eine
„europäische  AKrmee“  von  150000  mann  —  unter  dem  Kommando
  des  Lord  Wellington  blieb  darin  zurück.  Die  Sranzosen
mußten  sie  unterhalten.  Im  Oktober  1818  wurde  diese  COkku-Pationsarmee
  aus  Frankreich  zurückgezogen.  Der  König  von  Hreußen
  hielt  bei  dieser  Gelegenheit  eine  Darade  über  seine  Truppen
bei  Sedan,  die  csterreicher  bei  Reichshofen-Uörth  i./E.  ab.

Blücher  an  den  Grafen  von  der  Goltz,  seinen  Ad—
jutanten,  über  die  Sprengung  der  Jenabrücke.
Anfang  Juli  1815.

Die  Brücke  wird  gesprengt,  und  ich  wünsche,  herr  Talley#
rand  setzte  sich  vorher  darauf.  Wie  kann  dieser  verächtliche
Mensch  die  Brücke  ein  kostbares  Monument  nennen?  Unsere
Nationalehre  erfordert  die  Dernichtung  dieses  zu  unserer  Beschimpfung
  errichteten  Denkmals.  Ew.  hochwohlgeboren  werden
  mich  verbinden,  wenn  Sie  diese  Meinung  zur  Kenntnis
des  Herrn  Talleyrand  bringen.

Blücher  an  Lord  Wellington
St.  Cloud,  9.  Juli  1815.

Die  Serstörung  der  Brücke  von  Jena  ist  bei  uns  eine
Nationalangelegenheit.  Die  öffentliche  Meinung  hat  sich  hierüber
  bei  uns  zu  laut  ausgesprochen,  als  daß  ich  es  wagen
möchte,  dagegen  zu  verstoßen  und  mir  die  Vorwürfe  der
Uation  und  der  Krmee  zuzuziehen.  Ich  kann  demnach  von
meinem  gefaßten  Beschluß  nicht  abstehen.

Daß  Cuer  Durchlaucht  selbst  in  Ihrem  desfallsigen  an
mich  gerichteten  Schreiben  den  Uamen  der  Brücke  von  Jena,

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