in  hände  gelommen,  welche  ihn  vielleicht  einmal  ganz  verkehrt
gebraucht  hätten:  oder  auch  die  Ministerialfeigheit,  sich  für
stolzes  Gefühl  ausgebend,  wäre  fähig  gewesen,  sich  an  dem
zu  vergreifen,  den  doch  Gott  gezeichnet  hat,  daß  kein  Mensch
seine  Hand  an  ihn  lege.

Blücher  und  die  Diplomaten.

Km  16.  Juli  1815  speisten  der  Staatskanzler  Hardenberg  und
Wilhelm  von  Humboldt  nebst  einer  Anzahl  ihrer  Bekannten  im
Gasthaus  Rocher  de  Cancalc  in  Daris  zu  Mittag.  Der  Staalskanzler
  war  schon  aufgebrochen,  da  der  Sar  Klexander  l.  ihn  erwartete.


VDarnhagen  von  Ense  erzählt:  Wir  saßen  noch  zusammen,
  da  ging  die  Türe  auf  und  es  zeigte  sich  in  voller  Uniform
  Fürst  von  Blücher  und  der  General  Graf  von  Gneisenau;
sie  wollten  den  Staatskanzler  begrüßen,  nahmen  aber  nun,
da  sie  ihn  nicht  mehr  fanden,  auch  bei  uns  Platz  am  Tische.
Blücher  saß  neben  mir,  und  ich  empfing  aus  erster  hand  die
wunderlichen  ZKussprudelungen  des  beinahe  fabelhaften  helden.
  Er  schimpfte  heftig  gegen  die  Bourbonen,  wollte  Ludwig
  XVIII.  durchaus  nicht  besuchen,  zog  gegen  den  Grafen
von  Münster  und  gegen  dessen  Spießgesellen,  den  Grafen  von
hardenberg  [den  Hhannoveraner]  in  Wien,  als  gegen  erklärte
Preußenfeinde  los,  verschonte  selbst  seinen  Bruder  Wellington
nicht  und  hielt  über  Könige  und  Fürsten,  wie  der  Sufall  sie
ihm  vorführte,  ein  lästerlich  Gericht.  Manches  klang  auch  für
einige  Kuwesende  nicht  eben  verbindlich;  er  sagte  zu  Humboldt,
er  und  alle  Diplomaten  hätten  noch  wegbleiben  sollen,  sie
würden  wieder  alles  verderben.  Ungleichartigere  Streitkräfte
konnte  man  nicht  sehen,  als  Blücher  und  Humboldt  gegeneinander
  gestellt;  ob  die  Keule  oder  der  Stoßdegen  die  bessere
Waffe  sei,  blieb  unbestimmt,  aber  so  viel  war  klar,  humboldt
stand  nicht  im  Nachteil,  und  als  man  sich  näher  verständigt
hatte,  stieß  man  zusammen  auf  guten  Erfolg  und  auf  beste
Eintracht  an.

Gneisenau  an  Clausewitz.
Daris,  23.  Juli  1815.

Der  Kaiser  Klexander  hat  seine  alte  Rolle  wieder  aufgenommen
  als  Beschützer  alles  des  schlechten  Gesindels.

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