Tlausewitz  an  Gneisenau
über  den  Pariser  Friedenskongreß.
Estampes,  24.  Juli  1815.
Gott  behüte  uns  vor  einem  Wiener  Kongreß  auf  französischem
  Grund  und  Boden!

Niebuhr  an  Gneisenau
über  die  von  den  Franzosen  geraubten  Schätze  der  Kunst  und
wissenschaft.
Berlin,  24.  Juli  1815.

Aus  Mönig  Friedrichs  Handbibliothek  ist  viel  geraubt,
und  zwar  viel  mit  seinen  eigenen  Aumerkungen  Dersehenes,
und  einiges  davon  ist  gewiß  in  Bonapartes  Privatbibliothek
gekommen.  Das  meiste  indessen  wird  sich  nimmermehr  aufspüren
  lassen.  Diel  ist  dagegen  aus  Cöln,  Kachen  und  der
ganzen  rheinischen  Mark  geraubt:  aus  Städten  und  Klöstern
  .  .  Cöln  hat  unter  andern  das  Gemälde  verloren,  welches
den  hauptstolz  der  Stadt  ausmachte,  Rubens'  Meisterwerk,
welches  er  dieser  seiner  baterstadt  geschenkt  hatte.  Kus
AKachen  ist  das  hölzerne,  uralte  Standbild  K.  Karls  des  Großen
nach  Daris  gebracht,  und  steckt  dort  in  einem  Winkel.  Zuch
von  den  dort  bewahrten  Reichskleinodien  (zu  deren  Schutz
unser  König  als  Kämmerer  des  Reichs  besonders  befugt  ist:
jetzt  aber  noch  mehr  als  Landesherr  von  Kachen)  ist  wenigstens
  ein  Teil  zu  Daris.

Die  größten  Schätze  der  vatikanischen  Bibliothek  an  gricchischen,
  römischen  und  altdeutschen  handschriften  .  kommen
aus  der  heidelberger  Bibliothek,  Deutschlands  Sierde,  welche
Tilly  nach  der  Schlacht  auf  dem  weißen  Berge  an  den

Papst  schenkte.

Die  Wiedergewinnung  der  geraubten  Kunstschätze.

Der  Berliner  Buchhändler  Gustav  Darthey  erzählt:  Diesmal
  wurde  in  DHaris  besser  aufgeräumt  als  im  Jahre  1813.
Kus  einer  unerklärlichen  Galanterie  hatte  man  damals  alle
geraubten  Kunstwerke  in  Daris  gelassen.  Die  politischen  Erfolge,
  die  man  erreicht,  waren  so  groß,  daß  die  geringen  Forde-510

