der  unglücklichen  Zeit  von  1806  nach  Paris  hatte  abführen
lassen,  zu  wert,  als  daß  wir  ohne  dasselbe  wieder  hätten
heimkehren  sollen.  Allein  die  Siegesgöttin  war  verschwun.
den,  und  trotz  der  unermüdlichsten  NUachforschungen  wollte  es
nicht  gelingen,  den  Schlupfwinkel  zu  ermitteln,  wo  sie  versteckt
gehalten  wurde.  Doch  unser  Ribbentrop  [Oberkriegskommis.
sar]  gab  die  hoffnung  nicht  auf,  und  nur  seinen  rastlosen
Bemühungen  und  Nachforschungen  war  es  vorbehalten,  sie
wieder  in  das  Tageslicht  zu  ziehen.  Daher  danken  wir  es  ihm
mit  vollem  Rechte,  daß  sie  wieder  die  unserige  geworden  ist.

Weniger  glücklich  sollten  wir  in  Kbsicht  unserer  in  dem
unglücklichen  Kriege  von  1806—07  verlorenen  Fahnen  sein,
denen  schon  bei  der  ersten  Okkupation  von  Daris  1814  vergebens
  nachgespürt  worden  war,  und  die  wir  noch  immer
in  der  angegebenen  Art  nicht  für  vernichtet,  wohl  aber  für
versteckt  hielten;  sie  blieben  jedoch  für  uns  verloren!

(von  Reiche,  Memoiren.)

Gneisenau  an  die  Gräfin  Doß,
Oberhofmeisterin  der  Königin  TLuise,  über  die  Surücksetzung  der
Krmee  und  die  Lage  in  Frankreich.

Daris,  2.  Zugust  1815.

..  .  Dieser  köstliche  Trank  ldes  Siegs]  hat  aber  einen  bitteren
  Uachgeschmack.  Wir  müssen  dessen  hefe  ebenfalls  trinken.
  Das  ist  sehr  unangenehm.  Der  Soldat  hat  das  Seinige
redlich  getan,  nun  aber  tritt  ihm  der  Diplomat  in  den
Weg  und  sagt  ihm:  Freund,  du  bist  ein  plumper  Geselle,
du  wußtest  die  Leute  nicht  zu  behandeln.  Die  sind  weit
wohlerzogener  wie  du  und  wollen  in  zierlichen  Phrasen
angeredet  sein:  du  vermagst  nur  mit  Kanonen  zu  reden.  Halt
also  das  Maul.  Wir  wollen  wohl  für  dich  sorgen,  daß  du
nicht  mehr  zerlumpt  einhergehst,  und  einen  Sehrpfennig  sollst
du  vielleicht  auch  haben,  wenn  es  uns  gelingt,  die  Leute  dazu
zu  bereden,  daß  sie  gutwillig  etwas  geben.  Zber  dränge  dich
nicht  ins  haus,  sondern  warte  fein  draußen,  bis  man  dir  zum
Fenster  etwas  hinausreicht.  Wenn  wir  dich  nötig  haben,
werden  wir  dich  wohl  rufen,  jetzt  bedürfen  wir  deiner  nicht.

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