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geschworen,  entweder  ganz  zu  verdrängen,  oder  sich  ihm  als  Führer
der  protestantischen  Macht  im  Reiche  gegenüber  zu  stellen.

Diese  Plane  des  calvinischen  Kurpfälzers  stießen  auf  entschiedenen
  Widerstand,  nicht  bloß  der  katholischen  Partei  im  Reiche,
sondern  auch  der  lutherischen.  Es  ist  nicht  bloß  der  Kurfürst  von
Sachsen  mit  seinem  Hofprediger  Hoe  von  Hoenegg.  Die  Predigten
der  lutherischen  Theologen  zu  Wittenberg  und  Tübingen  athmen
glühenden  Eifer,  glühender  als  die  katholischen  in  Wien.  Der  Tag,
wo  die  Kunde  vom  Siege  der  kaiserlichen  Waffen  am  weißen  Berge
in  Berlin  eintrifft,  ist  dort  ein  Tag  des  Jubels  und  der  Freude.
Friedrich  ward  auf  seiner  Flucht  bei  dem  kurfürstlichen  Schwager
von  Brandenburg  nicht  mit  Ehren  empfangen  und  gehalten:  die
Volksstimmung  von  Berlin  hätte  dem  calvinischen  Bettelkönige!))
auch  noch  wohl  ein  Härteres  zugedacht.

Dasselbe  zeigt  sich  aller  Orten.  Der  deutsche  Bürger  läßt
sich  durch  das  Vorgeben  der  Religion  noch  nicht  blenden.  Sein
lutherisches  Bekenntnis  ist  mit  der  Treue  gegen  den  Kaiser,  für
welchen  er  sonntäglich  in  seiner  Kirche  betet,  wohl  vereinbar.

Die  Bemühungen  des  Pfälzers  dauern  auch  noch  fernerhin.
Dennoch  liegt  das  Ergebnis  offen  zu  Tage.  Der  Plan  einer  politischen
  Spaltung  des  Reiches  unter  dem  Vorwande  der  Religion
und  mit  Hülfe  des  Auslandes  ist  für  den  Kurpfälzer  völlig  fehl
geschlagen.

Er  wird  mit  energischer  Tüchtigkeit  und  Entschiedenheit  wieder
aufgenommen  von  dem  Schwedenkönige  Gustav  Adolf.  Die  Umstände
  liegen  dazu  günstiger.  Die  Habgier  Wallensteins  und  seiner
Schaaren  hat  alle  Deutsche  aufs  heftigste  erbittert.  Dazu  hat  der
Kaiser  das  Restitutions-Edikt  erlassen  und  so  und  so  viel  Bisthümer
  und  Abteien  zurückgefordert.  Katholische  und  protestan-1)

  Cosmar:  Schwarzenberg  S.  399.
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