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tische  Reichsstände  sind  in  Gährung,  jene  mehr  gegen  Wallenstein,
diese  mehr  gegen  das  Restitutions-Edikt.

Das  alles  kommt  dem  Schwedenkönige  Gustav  Adolf  zu  statten,
  und  mehr  noch  seine  eigene  geistige  Ueberlegenheit.  Dennoch
hat  Gustav  Adolf  mit  seiner  Predigt  des  Religionskrieges  für  die
ersten  fünf  Vierteljahre,  die  er  auf  deutschem  Boden  verbringt,  unverkennbar
  keinen  nennenswerthen  Erfolg.  Als  er  in  Elfsnabben
die  segelfertige  Flotte  betritt,  schicen  der  Pommerherzog  Bogislav
und  seine  Stände  Gesandte  mit  der  flehenden  Bitte:  der  König
möge  sie  mit  seiner  Befreiung  verschonen.  )  Im  selben  Sinne
geht  es  fortan.  Wie  Niemand  den  Schwedenkönig  gerufen  hat:
so  auch  heißt  ihn  Niemand  willkommen.  Weder  die  Pommern,
noch  die  Brandenburger,  noch  die  Mecklenburger  thun  freiwillig
etwas  für  ihn.  Er  schreibt  im  Juli  1631  klagend  heim,  daß
sein  Volk  bislang  nur  sich  nähre  vom  unleidlichen  Rauben  und
Plündern.2)

Erst  die  Schlacht  von  Breitenfeld  ist  der  Wendepunkt.  Sie
gibt  dem  Rufe  des  Religionskrieges  die  Art  von  Berechtigung,
welche  der  Erfolg  verleiht,  und  nun  erst  bringt  die  Anwendung
sanfter  Gewalt  auch  aus  den  Kehlen  der  Deutschen  den  Ruf  hervor:
  es  gelte  die  Religion.

Das  Ziel  des  Schwedenkönigs,  welches  aus  der  ganzen  Sachlage
  mit  innerer  Wahrscheinlichkeit  entspringt,  hat  er  auf  deutschem
Boden  selbst  am  klarsten  dargelegt  in  seinen  Reden  an  die  Patrizier
  von  Nürnberg.  3)  Diese  Zwecke  hatten  sich  ihm  nicht  erst  aus
den  Erfolgen  seiner  Waffen  entwickelt.  Er  hatte  sie  mit  fester
Klarheit,  mit  einer  Sachkunde,  die  sich  später  in  Deutschland  in
jedem  Schritte  bewährt,  längst  zuvor  in  Stockholm  sich  ausgedacht.
„Das  höchste  und  letzte  Ziel  aller  Handlungen  ist  ein  neues  evan-1)

  Chemnitz:  schwedischer  Krieg  I.  S.  55.  —  2)  Geijer:  Geschichte  Schwedens
  III.  144.  —  3)  Breiers  Beiträge  zur  Geschichte  des  30jährigen  Krieges  S.  207.