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Reichsfürsten  im  Reiche  begann  in  einem  Bunde  desselben  mit
dem  Auslande,  am  liebsten  mit  dem  französischen  Könige.  Also
hatte  es  einst  der  Landgraf  Philipp  von  Hessen  gethan,  also  Moritz
von  Sachsen,  also  Friedrich  von  der  Pfalz,  also  vor  Allem  die
fremden  Könige  selbst,  der  Däne  und  der  Schwede,  die  sämmtlich
unter  dem  Vorwande  der  Religions-  und  Gewissensfreiheit  das
Reich  zu  zerspalten  bezweckt  hatten.  Durfte  man  sicher  sein,  daß
nicht  auch  in  der  Mark  Brandenburg  einmal  solche  Gedanken  auf—
wuchern  würden?  Und  was  konnte  mehr  zu  solchen  Unternehmungen
stacheln,  als  das  dem  Menschen  natürliche  Streben  die  Wirklichkeit
  in.  Einklang  zu  bringen  mit  dem  hohlen  Schalle  des  Namens,
den  weiten  Raum  auszufüllen,  der  nach  den  Anschauungen  jener
Zeit  die  Wirklichkeit  trennte  von  der  Idee?  Denn  was  doch  war  in
den  Augen  der  Menschen  ein  König  in  Preußen,  einem  Lande,  das
eben  noch  ein  mäßiges  Herzogthum  gewesen  war?

Durch  welche  Mittel  und  Wege  auch  immer  der  Kaiser  zur
Willfährigkeit  gegen  diese  Bitte  seines  allerdings  sehr  getreuen
Vasallen  bestimmt  sein  mag:  die  Willfährigkeit  war  ein  schwerer
politischer  Fehler,  und  ward  nicht  bloß  später,  sondern  gleich  damals
  von  Vielen  als  solcher  erkannt.

Friedrich  trug  die  Krone  als  erster  König  in  Preußen.  Für
das  deutsche  Reich  war  er  Markgraf  von  Brandenburg  und  Kurfürst.
  Also  wiederum  auch  sein  Sohn  Friedrich  Wilhelm.  Selten
hat  man  solche  Gegensätze  neben  einander  gesehen,  wie  den  Vater,
die  Mutter  und  den  Sohn.  Des  Vaters  kleine  Seele,  das  intiniment
  petit,  wird  ausgefüllt  von  Festen  und  Ceremoniell.  Er
genießt  den  Ruhm,  daß  nur  noch  ein  anderer  Kronenträger,  derjenige
  von  Polen,  in  der  Kunde  des  Ceremoniells  mit  ihm  wetteifere.
  Selbst  das  öffentliche  Gebet  für  die  Kirchen  seines  Landes
nach  seiner  Salbung  und  Krönung,  verfaßt  er  mit  eigener  Hand,!)

)  Oeuvres  de  Frédéric  le  Grand.  I.  124.  n.  a.
Klopp,  der  König  Friedrich  II.  2