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Wir  haben  keinen  Grund  die  Wahrheit  dieser  Anekdote  anzuzweifeln.
  Wir  haben  ebenso  wenig  Grund  die  Bedeutsamkeit  der
Erregung  des  Ehrgeizes  bei  dem  Prinzen  in  dieser  Richtung  herabsetzen
  zu  wollen.  Denn  Friedrich  Wilhelm  J.  war  in  hervorragendem
  Sinne  ein  persönlicher  König.  „Ich  stabilire  die  Souveränität
wie  einen  rocher  de  bronze,“  war  sein  stolzes  Wort  an  den
Adel  des  neuen  Königreiches  Preußen.  Er  übte  dasselbe  Wort
auf  deutschem  Boden  aus.  Dem  feigen  Geschlechte  gegenüber,
Krieges,  an  den  Wunden,  welchen  weder  die  neuen  Kriege  Friedrich
  Wilhelms  des  Kurfürsten,  noch  die  Diamantknöpfe  und  Juwelen
  Friedrichs  I.  und  seiner  Schranzen  die  Vernarbung  gestattet
hatte,  einem  solchen  Geschlechte  gegenüber,  das  im  Ringen  gegen
die  materielle  Noth  an  eine  geistige  Freiheit  nicht  zu  denken  wagte,
hatte  ein  solches  Wort  Wahrheit  und  Begründung:  der  Widerspruch
verhallte  machtlos.  Friedrich  Wilhelm  unterhielt  nicht  bloß  30,000
Mann,  wie  er  einst  scheinbar  allzu  kühn  geäußert.  Er  brachte  es
auf  reichlich  83,000.1)  Er  brachte  es  dahin,  daß  27  Menschen
in  seinen  Ländern  einen  Soldaten  unterhalten  mußten,  mochte  derselbe
  einheimisch  oder  in  der  Fremde  geworben  sein.  Es  war  die
Folge  der  Accise,  die  ein  Jahrhundert  zuvor  mit  Freuden  begrüßt
war,  weil  man  dadurch  der  lastenden  Contribution  ledig  wurde.
Hatten  auch  diese  Vorfahren  bedacht,  was  sie  thaten?  Im  Jahre
1626  hatten  die  damaligen  Stände  der  Mark  dem  Minister
Schwarzenberg  die  Bewilligung  für  nur  900  Mann  nach  kurzer
Frist  aufgekündigt.  Im  Jahre  1726  näherte  sich  der  König  Friedrich
  Wilhelm  seiner  Zahl  von  83,000  Mann,  nicht  für  einmal,
für  kurze  Frist,  sondern  als  bleibende  Macht.  Man  fand  das
nicht  süß,  nicht  leicht;  aber  man  gehorchte,  weil  man  nicht  anders
wußte.  „Ich  stabilire  die  Souveränität  wie  einen  rocher  de  bronze.“

1)  Oeuv.  de  Fr.  II.  p.  1.  mit  den  Noten  des  Herausgebers.