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habe  man  ihm  nicht  sagen  wollen.  Vielmehr  sehe  er  nun,  daß  er  die
Kastanien  aus  dem  Feuer  holen  solle.  Das  wolle  er  nicht.  Er
wolle  mit  Frankreich  und  England  nichts  mehr  zu  schaffen  haben.
Wenn  der  Kaiser  ihn  nicht  angreife:  so  wolle  er  des  Kaisers  guter
Freund  sein,  die  Erbfolge  verbürgen,  wie  es  nicht  mehr  als  billig
sei.  Denn  ein  römischer  Kaiser  deutscher  Nation  müsse  sein.  Der
König  beharrte  dabei,  daß  Jülich  und  Berg  beim  Todesfalle  ihm
gebührten;  aber  er  wolle  es  nicht  Frankreich  und  England  verdanken,
  sondern  der  Vermittelung  des  Kaisers.  Er  wolle  nicht
mehr  sein  im  Reiche,  als  andere  Kurfürsten,  wolle  sicherlich  auch
gehorsamer  und  freundlicher  sein,  als  viele  andere,  wenn  man  ihn
auch  nur  besser  behandle.)

„Meine  Blauröcke,“  fuhr  er  fort,  „stehen  dem  Kaiser  alle  zu
Diensten.  Die  russische  Freundschaft  habe  ich  allezeit  für  vortheilhaft
  gehalten.  Darum  ist  es  gut,  daß  der  kaiserliche  Hof  dem
russischen  näher  treten  will.  Ich  erbiete  mich  auf  billige  Bedingungen
  zum  dritten  Mann,  und  dann  wollen  wir  sehen,  wer
uns  Dreien  etwas  thun  will.“  Es  kam  mehr  Wein.  Der  König
ward  eifriger.  „Ich  erbiete  mich  in  kaiserliche  Dienste  zu  gehen,
die  Heere  anzuführen,  die  Finanzen  zu  ordnen  und  alles  so  einzurichten,
  daß  der  Kaiser  200,000  Mann  halten  kann.“  Seckendorf
  nahm  alle  solche  Worte  dankend  auf,  und  erinnerte  den  König
nur  daran,  daß  der  Kaiser  als  Oberstrichter  des  Reiches  in  der
Erbfolge  von  Jülich  und  Berg  der  Freiheit  und  den  Gesetzen  des
Reiches  im  Voraus  nichts  vergeben  könne.  Das  störte  den  König
nicht.  Noch  am  selben  Abend  mußte  sein  Minister  Ilgen  die
Punkte  aufsetzen,  auf  welche  hin  der  König  sich  dem  Kaiser  ganz
anschließen  wolle.

In  dem  englisch-französischen  Plane  diesen  König  zu  einem
Angriffe  auf  Schlesien  zu  reizen,  tauchte  offenbar  der  alte  Entwurf

1)  a.  a.  O.  S.  89.