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Hälfte  das  Haus  des  Tagelöhners,  der  im  treuen  Vereine  mit
der  Gefährtin  seines  Lebens  still  und  fleißig  sein  trockenes  Brod
für  sich  und  seine  Kinder  erwirbt,  als  ein  Paradies  erscheinen
lasse  gegen  diesen  königlichen  Palast.  Es  ist  möglich.  Allein  indem
  wir  uns  nur  darauf  beziehen  wollen,  was  unumstößlich  wahr
und  sicher  aus  unmittelbaren  Quellen  entspringt,  thun  wir  besser
daran  diesen  Denkwürdigkeiten  der  Markgräfin  von  Baireuth,  obwohl
  man  sie  die  Lieblingsschwester  des  nachherigen  Königs  nennt,
für  unsere  Zwecke  völlig  zu  entsagen.

Nur  so  viel  steht  auch  ohne  jene  Einzelheiten  fest  aus  allen
Berichten:  die  Jugend  Friedrichs  war  sehr  hart.  Man  hat  darin
einen  Vortheil  finden  wollen  für  die  Entwickelung  zum  Manne.
Man  hat  auf  ihn  das  Wort  der  Schrift  angewendet:  es  ist  dem
Manne  gut,  daß  er  das  Joch  in  feiner  Jugend  trage.  Es  würde
dabei  wichtig  sein  zunächst  zu  erörtern,  was  unter  diesem  Joche
verstanden  werde,  und  ob  deshalb  diese  Worte  hier  zutreffen.  Der
Gärtner  wünscht  für  seine  zarten  Pflanzen  milden  Regen  und  warmen
  Sonnenschein.  Auch  ein  Unwetter  dann  und  wann  ist  ihm
nicht  unlieb:  es  reinigt  und  es  säubert.  Aber  Sturm  und  Unwetter
  erziehen  seine  Pflanze  nicht:  ihre  häufige  Wiederkehr  bringt
Verderben  und  Verunstaltung.  Der  Stamm,  der  früh  gebogen
sich  hat  krümmen  müssen,  bleibt  krumm  und  wenn  feine  Wipfel
ragten  gleich  denen  der  Cedern  des  Libanon.  Wie  bei  der  Pflanze,
ähnlich  entscheidet  auch  bei  dem  Menschen  die  Jugend  über  das
Leben.  Die  Erinnerung  an  eine  Jugend  voll  Licht  und  Sonnenschein,
  voll  milden  Regens,  und  zuweilen  nicht  völlig  ohne  Sturm,
ist  die  Stütze  in  den  Kämpfen  des  Mannes  und  der  Trost  des
Greises.  Diese  Erinnerung  taucht  hervor  in  den  Tagen  des  Unglückes,
  um  den  Schmerz  zu  lindern  und  zur  neuen  Hoffnung  zu
erheben.  Sie  wirft  sich,  wenn  sie  schmerzlich  ist,  mit  unwiderstehlicher
  Gewalt  auf  den  Unglücklichen,  um  sein  Schicksal  woch
schwärzer  zu  malen.  Also  hat  es  vor  allen  Friedrich  empfunden.