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befragt  der  Kaiser  den  König  über  den  Charakter  des  Prinzen.  )
Friedrich  Wilhelm  hatte  nie  getraut,  und  das  anfflackernde  Feuer
seiner  Freude  über  den  Gehorsam  des  Sohnes  hatte  doch  bald
wieder  einer  ruhigen  Erwägung  der  Thatsachen  weichen  müssen,
Friedrich  Wilhelm  entgegnete,  daß  er  seinem  Sohne  nicht  traue,
und  sprach  dieselben  Worte  nach  der  Rückkehr  dem  Prinzen  offen
aus.  Dieser  freilich  ist  abermals  gehorsam.  Der  Vater  befiehlt
ihm  häufiger  an  seine  Braut  zu  schreiben,  und  er  gehorcht.

Anders  redet  er  zu  Grumbkow.  „Ich  sage  Ihnen  meine  Ansichten,“
  schreibt  der  2  ljährige  Prinz,  „wie  ich  sie  denke  vor  Gott.“
Mithin  ist  er  nach  seiner  eigenen  Versicherung  aufrichtig.  Bereits
ist  ihm  die  Aussicht  heller  aufgegangen;  denn  die  Heirath  macht
ihn  selbstständig  im  eigenen  Hause.  Er  hofft,  daß  der  König  sich
dann  nicht  mehr  in  seine  Angelegenheiten  mischen  werde.  Wenn
er  es  thut,  so  gehen  die  Dinge  schlecht  und  die  Prinzessin  muß
darunter  leiden.  Warum  denn  die  Prinzessin?  Was  denn  hatte
diese  gegen  ihn  verbrochen?  „Ich  will  mich  nicht  durch  Weiber  regieren
  lassen“  sagt  er.  „Sie  mag  thun,  was  ihr  gefällt,  und  ich
thue,  was  mir  beliebt.  Es  lebe  die  Freiheit!“  Er  legt  seine  Anschauung
  über  die  Frauen  dar.  „Ich  liebe  das  weibliche  Geschlecht,
aber  ich  liebe  es  etwas  flüchtig.  Ich  will  davon  nur  den  Genuß,
und  dann  verachte  ich  es.“  Das  war  die  Anschauung,  wir  wiederholen
  es,  des  21jährigen  Jünglings.  Der  Mann  hat  dieselbe  nicht
höher  gehoben.  Er  hat  Frauenliebe  und  Frauenehre  nie  gekannt,
noch  gewürdigt.  Kein  heiterer,  milder  Sonnenglanz  der  Zuneigung
einer  ehrenhaften  Weiblichkeit  ist  erwärmend  und  belebend  in  das
öde  Leben  des  Mannes  gefallen,  und  auch  da,  wo  ein  solcher  die
Eisesriegel  zu  sprengen  suchte,  da  schob  er  neue  rasch  und  eilig  vor.
Es  ist  ein  unendlicher  Abstand  zwischen  seinen  Briefen  und  denjenigen
  seiner  späteren  Frau.

)  a.  a.  O.  p.  51.  .
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