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Doch  noch  hat  er  Hoffnung,  daß  es  nicht  dahin  komme.  Dem
Kaiser  ist  die  beabsichtigte  Heirath  nicht  genehm:  er  arbeitet  entgegen
  und  wünscht  bei  den  veränderten  politischen  Umständen  eine
Verbindung  der  Königsfamilien  von  England  und  Preußen.  1)  Ob
Karl  VI.  lediglich  ein  politisches  Interesse  dabei  hatte  oder  auch
Rücksicht  für  sein  Pathenkind,  ist  wesentlich  einerlei;  es  kommt  für
uns  hier  nur  darauf  an,  wie  Friedrich  dies  Bestreben  des  Kaisers
auffaßt.  Eben  damals  hat  der  Kaiser  dem  einstigen  Lehrer  des
Prinzen,  dem  Duhan,  Wohlthaten  zugewendet.  Der  Prinz  ergießt
sich  in  fenrigen  Ausdrücken  für  den  Kaiser.?)  „Dieser  Fürst,“  ruft
er  aus,  „der  die  Bewunderung  Europas  ist,  hat  sich  gegen  mich
nur  durch  großmüthige  Handlungen  zu  erkennen  gegeben.  Ich
bringe  ihm  jede  Erkenntlichkeit  dar,  die  meine  Pflicht  mir  zu  haben
gestattet,  und  ich  kann  dem  Grafen  Seckendorf  versichern,  daß  ich
mehr  Verehrung  für  den  Kaiser  habe  wegen  seiner  außerordentlichen
  Fähigkeiten,  als  wegen  seines  Ranges.  Ich  bin  unglücklich
genug  nicht  alle  Sorgfalt  meiner  Freunde  durch  meine  guten  Absichten
  vergelten  zu  können;  aber  ich  hoffe,  daß  ich  nicht  prädestinirt
  sein  werde  ihnen  Kummer  zu  machen.“

Die  Bemühungen  des  Kaisers  gingen  so  weit,  daß  Friedrich
Wilhelm  im  Ernste  darüber  aufgebracht  wurde.  2)  Er  hatte  sein
Wort  gegeben.  Sollte  er  die  Niederträchtigkeit  begehen  dasselbe  zu
brechen  oder  zu  lösen?  Daß  man  nur  die  Möglichkeit  dessen  annehmen
  konnte,  erregte  ihm  heftigen  Zorn.  Friedrich  dagegen  zürnt
nicht.  Auch  widersetzt  er  sich  nicht.  Er  sagt  seinem  allergnädigsten
Vater  auch  nicht  ein  einziges  Mal  seine  wahre  Meinung.  Er  spricht
sie  zu  Grumbkow  und  Anderen  aus,  höhnend,  spottend  über  die  unglückliche
  Braut,  die  in  jugendlicher  Unbefangenheit,  mit  sorglos
heiterem  Vertrauen  ihrem  Schicksale  entgegen  eilt.)  „Ich  studiere,“

1)  Förster:  F.  W.  I.  Bo.  II.  S.  148.  —  2)  Oeuv.  XVI.  73.  —
3)  Förster  II.  S.  148.  —  4)  Oeuv.  XVI.  79.