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gleich:  kein  deutscher  Mann  hatte  Grund  und  Recht  zum  Vorwurfe
oder  gar  zum  dauernden  Hasse  gegen  den  anderen.

Auch  die  Verschiedenheit  der  Religion  trennte  die  Deutschen
nicht  wesentlich.  Der  westfälische  Frieden  hatte  die  positiven  Rechte
festgestellt.  Das  Normaljahr  1624  entschied,  welche  Partei  in  dieser
Stadt,  diesem  Dorfe  eine  Kirche  besitze.  Derselbe  Friede,  der  für
Bayern  das  Tridentinum  verbürgte,  sicherte  für  Sachsen  die  Concordienformel,
  auch  wenn  es  der  Landesherr  vorzog  für  sich  in  die
Messe  zu  gehen.  Ja  sogar  blieb  dieser  selbst  katholische  Landesherr
  das  Haupt  des  evangelischen  Reichskörpers,  bis  die  wesentliche
  Bedeutung  dieser  Führerschaft  auf  den  folgerechteren  Nachbar
von  Brandenburg  überging.  Aber  diese  Stellung  brachte  dem
Verhältnisse  zum  Reiche  nicht  einen  wesentlichen  Eintrag.  Friedrich
Wilhelm  hielt,  wie  er  für  sich  wenigstens  überzeugt  war,  streng  auf
Rechtgläubigkeit.  Wenn  es  nur  von  seinem  raschen  Spruche  abgehangen
  hätte:  so  würde  ein  Sozinianer  eingemauert  sein.  Aber
der  Gedanke  rechtlich  bestehende  kirchliche  Verhältnisse  zu  ändern,
lag  seiner  Seele  fern.  Als  der  Erzbischof  Firmian  die  Salzburger
austrieb,  lud  Friedrich  Wilhelm  die  Ausziehenden  ein  in  seine  Länder;
aber  es  fiel  ihm  nicht  ein  den  Buchstaben  zu  bestreiten,  nach  welchem
  dieser  Erzbischof  gehandelt.  Noch  weniger  hatte  die  Verschiedenheit
  der  Religion  irgend  welchen  Einfluß  auf  ihn  in  seinem
Verhältnisse  zum  Kaiser.  Diese  Interessen  berührten  sich  nicht.
Sie  liefen  neben  einander  in  wohlgeschiedenen  Strombetten.  Der
Sohn  mochte  früh  diese  Verschiedenheit  in  den  Kreis  seiner  Berechnung
  ziehen.  Der  Vater  that  es  nicht.

Seit  dem  geheimen  Berliner  Tractate  von  1728  verfolgte  die
Politik  Friedrich  Wilhelms  die  darin  vorgeschriebene  Bahn.  Er
war  kaiserlich  gesinnt.  Darum  drang  er  auf  die  Zusammenkunft
in  Böhmen  1732.  Man  hat  sich  bemüht  das  Ceremoniell  von
kaiserlicher  Seite  auszumalen,  als  wenn  Das  was  für  unsere  Zeiten
auffallend  erscheint,  auch  damals  bei  Friedrich  Wilhelm  Anstoß  er-