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Welt  gehen  zu  lassen,  wie  es  Gott  und  dem  Könige  gefällt,  und
an  nichts  zu  denken,  als  an  mein  Vergnügen.  Was  also  sollte
ich  dem  Könige  anvertrauen?  Ich  will  zur  Stunde  sterben,  wenn
ich  mir  einen  Plan  ausgedacht,  den  ich  nach  seinem  Tode  ausführen
  wollte.“

Wir  dürfen  annehmen,  daß  der  Prinz  hier  die  Wahrheit  redet,
wenigstens  insofern,  daß  seine  Gedanken  auf  Eroberung  sich  noch
nicht  ein  bestimmtes  Ziel  ersehen  hatten.  Daß  er  mit  solchen  Gedanken
  im  Allgemeinen  schon  früher  umging,  haben  wir  bereits
von  ihm  selbst  erfahren.  Aber  der  Zeitpunkt  einer  Möglichkeit  der
Ausführung  schien  ja  damals  noch  sehr  fern  zu  liegen.

Darum  begrüßt  er  mit  inniger  Freude  seine  Uebersiedelung
nach  Reinsberg.  Er  schildert  seiner  Schwester  die  närrischen  Launen
  des  Königs,  und  fügt  hinzu:)  „Urtheilen  Sie,  welche  Freude
es  mir  macht  aus  dieser  schimpflichen  Lage  heraus  zu  kommen.“  Er
erhält  die  Erlaubnis  den  Feldzug  am  Rheine  mitzumachen  1734.
Aber  der  König  ist  mit  anwesend  und  das  Gewicht  desselben  liegt
lähmend  auf  ihm.  „Wir  stehen  so,“  meldet  er  der  Markgräfin,  „daß
unser  rechter  Flügel  von  Mainz  nur  durch  den  Rhein  getrennt  ist.
Ich  werde  die  Gelegenheit  benutzen,  sobald  Serenissimus  fort  ist.  Da
er  Postpferde  nach  Wesel  bestellt  hat:  so  dürfen  Sie  darauf  rechnen
  von  seinem  Besuch  befreit  zu  bleiben.“  Der  Vater  reist  ab
md  kommt  krank  nach  Wesel.  Es  ist  von  Interesse  hier  den
Herzensergießungen  des  Geschwisterpaäres  zu  folgen.

Nachdem  der  Prinz  zuerst  allerlei  Geschichten  aus  dem  Lager
gemeldet,  fährt  er  fort:?)  „Die  Nachrichten,  die  wir  von  dem  Könige
  haben,  sind  sehr  schlecht.  Er  ist  in  einer  traurigen  Lage,  und
man  stellt  ihm  nicht  mehr  ein  langes  Leben  in  Aussicht.  Nun  ich
habe  meinen  Entschluß  gefaßt  mich  zu  trösten  über  alles,  was  vor-1)

  Oeuv.  XXVII.  1.  p.  14.  2.  Jul.  1734.  —  2)  Oenv.  XXVII.  I.
P.  20.  Sept.  1734.