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Krankheit,  wie  mir  scheint,  eher  sich  hinschleppt,  als  entschrident
ist.  Die  Königin  ist  außer  sich,  es  muß  ein  harter  Schlag  für  sie
sein;  obwohl  sie  in  Wahrheit  dadurch  nur  glücklicher  sein  wird.
In  diesem  Augenblicke  kommt  der  Courier.  Gott  gebe,  daß  die
Nachricht  von  Ihrer  Ankunft  hier  wahr  sei,  und  daß  man  Sie
hier  lasse  bis  zum  Beginne  der  großen  Epoche.“

So  nahe  freilich  war  diese  große  Epoche  noch  nicht.  Der
König  ist  im  Stande  die  Reise  von  Wesel  nach  Potsdam  zu  machen.
Dorthin  kommt  der  Prinz  zu  ihm.  Der  Baron  Seckendorf  berichtet
  über  die  Haltung  des  Prinzen.  4)  Er  meint:  „Der  Prinz  ist
über  die  Lage  des  Königs  wahrhaft  gerührt.  Die  Augen  stehen
ihm  immer  voll  Wasser  und  er  hat  sie  sich  fast  aus  dem  Kopfe
geweint.  Er  hat  nachgesonnen,  wie  er  dem  Könige  ein  bequemes
Bett  schaffen  könnte.  Er  hat  nicht  von  Potsdam  weggehen  wollen.
Der  König  hat  ihn  gezwungen,  er  soll  erst  nach  einigen  Tagen
wiederkommen.  Der  Prinz  sagt:  wenn  der  König  mich  nach  meinem
  Gefallen  leben  läßt,  so  würde  ich  einen  Arm  hergeben,  um
sein  Leben  noch  zwanzig  Jahre  zu  verlängern.  Der  König  nennt
ihn  beständig:  Fritzchen.  Er  sagt  ihm:  Wenn  du  es  nicht  recht
anfängst,  so  werde  ich  im  Grabe  über  dich  lachen.“

Wenn  der  Prinz  nicht  anwesend  ist,  so  meldet  ihm  der  Vater  den
Gang  der  Krankheit.  Statt  besserer  Nachrichten,  die  der  Prinz  hofft,
kommen  schlimmere.  Er  beklagt  es  tief.  „Ich  wünsche  nur,“  schreibt  er
dem  Vater,  „daß  wir  einmal  gute  Zeitung  von  meines  allergnädigsten
  Baters  Krankheit  hören:  es  werden  ja  so  vieler  Leute  inbrünstiges
  Gebet  und  Wünsche  bei  unserem  Herrgotte  etwas  ausrichten.
Wollte  Gott,  ich  könnte  meinem  allergnädigsten  Vater  helfen:  ich
wollte  gern  mein  Leben  für  ihn  lassen.“7)

Anders  schreibt  er  an  die  Markgräfin.  Er  selbst  meldet  dieser,
daß  der  König  ihn  von  Potsdam  fortzeschickt  habe  nach  Ruppin.

1)  Färster  II.  142.  —  2)  Oeuv.  XXVII  3.  p.  88.  Nov.  1784.