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Ihnen  geht.“  Dann  wiederum  philosophirt  das  Geschwisterpaar,
ob  oder  ob  nicht  die  Welt  habe  entstehen  können  aus  runden  und
viereckigen  Atomen,  unterhält  sich  über  Voltaires  Pucelle  und  dergleichen
  Dinge  mehr.

In  Ermangelung  eines  Besseren  hat  sich  der  Prinz  schon  seit
Jahren  religions-philosophischen  Fragen  zugewendet.  Ein  Geistlicher
hatte  ihm  früh  die  Prädestinationslehre  eingeflößt.  So  sehr  der
Vater  durch  eigene  Mahnung,  durch  Geistliche,  namentlich  während
des  Arrestes  zu  Küstrin  an  der  Erschütterung  dieser  Meinungen
arbeitete:  so  bildete  doch  der  Prinz  in  sich  diese  Lehre  zum  vollständigen
  Fatalismus  weiter.  Er  hielt  daran  fest,  so  lange  sein
Vater  lebte,  aus  praktischen  Gründen.  „Es  liegt  ein  Trost  darin,"
meint  er,!)  „daß  das  Schicksal  waltet  nach  unabänderlichen  Gesetzen.
  Wenn  jeder  Mensch  der  Schmied  seines  eigenen  Glückes
wäre:  so  würde  jeder  Mensch  glücklich  sein.“  Zu  anderen  Zeiten
hebt  er  sich  höher.  Er  erörtert,  wie  gut  es  wäre,  wenn  die  Philosophie
  dem  Menschen  die  Leidenschaften  nähme,  besonders  den
stachelnden  Ehrgeiz,  den  glühenden  Durst  des  Habens,  diese  Quellen
der  blutigsten  Kriege,  welche  Europa  verheeren.  :)  Er  selbst  fühlte
freilich,  daß  die  Philosophie,  am  wenigsten  das  was  man  damals
so  nannte,  dieses  nicht  vermöge.

Indessen  schien  es  ihm  Ernst  zu  sein  über  die  wichtigen  Fragen
des  menschlichen  Daseins  zur  Klarheit  zu  kommen.  Er  hielt  viel
auf  Achard,  einen  Geistlichen  der  französisch-reformirten  Gemeinde
in  Berlin.  Er  sprach  demselben  eine  Eigenschaft  zu,  welche  ihm
zu  allen  Zeiten  bei  allen  denkenden  Menschen  allgemeine  Billigung
erwecken  würde,  nämlich  Bescheidenheit.  3)  Der  Prinz  erwählte
für  Achard  im  März  1736  schwierige  Stellen  der  Schrift  als
Themata  zu  Predigten.  Achard  soll  predigen  über  1.  Tim.  3,  16.

4)  Oeuv.  XVI.  p.  276.  Jul.  1736.  —  2)  a.  a.  O.  p.  280.  —  3)  Oeuv.
XVI  116.