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Diese  Worte  sind  uns  von  Gott  gegeben.  Er  soll  erörtern,  was
es  heiße:  das  Kreuz  Christi  ist  den  Juden  ein  Aergernis,  den  Heiden
  eine  Thorheit.  Der  Prinz  zeichnet  vor,  welche  Gedanken  er
in  Predigten  dieser  Art  dargethan  zu  sehen  wünsche.  Er  erörtert
ferner  mit  dem  Geistlichen  die  Unsterblichkeit  der  Seele.  Von
Achard  nicht  befriedigt,  wendet  er  sich  zu  der  Wolfischen  Philosophie.
Aber  wollte  er  von  Achard  befriedigt  sein?  Es  verlohnt  sich  der
Mühe  dies  näher  zu  betrachten.

Friedrich  vermag  nicht  die  Werke  von  Wolf  in  deutscher  Sprache
zu  lesen.  Suhm  übersetzt  ihm  die  Metaphysik  dieses  Philosophen
in's  Französische.)  Der  Prinz  liest,  und  eine  neue  Welt  scheint
ihm  sich  zu  eröffnen.  „Endlich  beginne  ich,“  ruft  er  aus,  „die
Morgenröthe  eines  Tages  wahrzunehmen,  der  noch  nicht  völlig
meinen  Augen  erglänzt.  Ich  sehe,  daß  es  in  der  Möglichkeit  der
Wesen  ist,  daß  ich  eine  Seele  habe,  und  selbst  daß  sie  unsterblich
ist.  Achard  sendet  mir  über  diesen  Gegenstand  ein  langes  Räsonnement,
  das  als  Ergänzung  zu  seinen  Predigten  von  diesem  Winter
dienen  soll.  Er  bittet  mich  die  Stellen  anzumerken,  die  ich  für
die  schwächsten  hielte.  Aber  ich  will  mich  hüten.  Denn  obwohl
die  Mehrzahl  der  Gründe,  die  er  anführt,  eher  Sophismen  sind,
als  Argumente:  so  werde  ich  mich  nicht  darein  mischen  in  die
Schranken  zu  treten  mit  Personen,  welche  studiert  haben  und  welche
unendlich  mehr  davon  wissen  als  ich.  Ich  halte  mich  an  Wolf,
und  wenn  er  mir  beweist,  daß  mein  untheilbares  Wesen  unsterblich
sei:  so  will  ich  zufrieden  und  ruhig  leben.“

Es  dürfte  die  Frage  sein,  wo  hier  aufrichtiger  Wahrheitsdrang
und  der  Hang  zum  platten  Räsonniren  sich  von  einander  scheiden.
Der  Prinz  fügt  weiter  für  Suhm  hinzu:  „Mein  Dank  für  Sie
wird  darin  bestehen,  daß  meine  Seele  nach  Gott  sich  Ihnen  allein
verpflichtet  fühlen  wird  für  ihre  Existenz.“  Suhm  erwiedert  in
.

1)  Oeuv.  XVI.  255.  -