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erbauen,  bis  dann  freilich  später  bei  näherer,  persönlicher  Bekanntschaft
  Wendungen  eintreten,  wo  beide  Philosophen  sich  gegenseitig
den  Spiegel  vorhalten,  wo  beide  sich  bemühen  der  Eine  dem  Anderen
  ein  wahres  Porträt  mit  etwas  brennenden  Farben  zu  malen.
Doch  nicht  darauf  einzugehen  ist  hier  unsere  Sache.

Nur  ein  besonderes  Verhältnis  fordert  unsere  Aufmerksamkeit.
Von  den  ersten  beiden  Briefen  an,  die  sie  im  Sommer  des  Jahres
1736  austauschen,  stimmen  die  beiden  Häupter  überein  in  ihrer  Abneigung,
  ihrem  Hasse  gegen  die  Diener  aller  positiven  Religion.
Voltaire  schlägt  diese  Seite  an,  und  sofort  hallt  dieselbe  bei  Friedrich
  laut  tönend  wieder.  1)  Er  ist  rasch  fertig  mit  dem  Urtheile.
„Die  Theologen,“  sagt  er,  scheinen  mir  einander  alle  zu  gleichen,
von  welcher  Religion  oder  Nation  sie  auch  sein  mögen.  Ihre  Absicht
  ist  beständig  sich  eine  despotische  Autorität  über  die  Gewissen.
anzumaßen.  Das  reicht  hin,  um  sie  zu  eifrigen  Verfolgern  aller
derer  zu  machen,  die  mit  edler  Kühnheit  die  Wahrheit  entschleiern.
Ihre  Hand  ist  immer  bewaffnet  mit  dem  Blitz  des  Bannfluches,
um  das  erträumte  Trugbild  der  Irreligion  nieder  zu  schmettern.
Sie  bekämpfen  dasselbe  ihrem  Vorgeben  nach  unaufhörlich,  und
suchen  unter  diesem  Namen  in  der  That  nur  die  Gegner  ihrer
Wuth  und  ihres  Ehrgeizes.  Sie  predigen  Demuth,  wie  sie  sagen,
und  haben  niemals  diese  Tugend  geübt.  Sie  nennen  sich  Diener
eines  Gottes  des  Friedens,  und  dienen  ihm  mit  einem  Herzen  voll
Haß  und  Ehrsucht.  Ihr  Betragen  allein,  das  so  wenig  zu  ihrer
Moral  stimmt,  reicht  nach  meiner  Ansicht  schon  hin  ihre  Lehre  zu
entwerthen.“

Indem  der  Prinz  also  die  Zufälligkeit  der  Gebrechen  Einzelner
  oder  Vieler  zum  Wesen  des  ganzen  Standes  macht,  ist  er
sich  dessen  wohl  bewußt,  was  er  sagt.  Wie  ein  französischer  Satiriker
  zu  Paris  drei  Frauen  ausnimmt,  die  durch  ihre  Tugend

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1)  Oenv.  XXI.  7.  fr.