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gegen  seine  Pfeile  gesichert  seien:  so  will  auch  der  Prinz  in  den
Staaten  seines  Vaters  die  Ausnahmen  von  seiner  Schilderung  aufzählen.
  Es  sind  ihrer  nämlich  zwei  Geistliche  in  Berlin.  Unter
diesen  beiden  ist  der  Name  Achard  nicht.  Kannte  dieser  Prinz  denn
die  anderen  Geistlichen  außer  Berlin,  Protestanten  oder  Katholiken,
die  in  stiller  Abgeschiedenheit  auf  ihren  Dörfern  dem  Volke  die
Lehren  des  Christenthumes  verkündeten?  Welches  Recht  hatte  er
zu  seinem  schneidig  schroffen  Urtheile?

Wir  haben  danach  zu  ermessen,  wie  der  Prinz  im  Herzen  sich
stellt  gegen  alle  positiven  Religionsformen  selbst.  Aber  er  weiß,
daß  er  zum  Gehorsam  geboren  ist,  und  sacrifizirt  ja  seinem  allergnädigsten
  Vater  alles.  Friedrich  Wilhelm  will  diese  Formen  und
Gebräuche,  und  Friedrich  ist  gehorsam.  „Ich  bin  im  Gefolge  des
Königs  und  in  Gesellschaft  meines  Bruders  darauf  aus  gewesen
auf  das  Wort  eines  Geistlichen  mich  der  Last  meiner  Sünden  zu
entledigen,  die  mich  nicht  schwer  drückten.  Man  nennt  mich  jetzt
derselben  entladen.“1')  Und  auch  das  war  Philosophie?  Aber  um
alles  in  der  Welt  darf  diese  Philosophie  auch  nicht  in  geschlossenem
Briefe  nach  Wusterhausen  kommen.  Er  wagt  nicht  dahin  dem
Camas  dies  zu  schreiben.

Sein  Skeptizismus  wächst,  bis  er  selbst  für  Voltaire  bedenklich
  zu  werden  scheint.)  Der  Prinz  beruhigt  ihn.  „Glauben  Sie
nicht,“  sagt  er,  „daß  ich  meinen  Skeptizismus  auf  das  Aeußerste
treibe.  Es  gibt  Wahrheiten,  die  ich  für  erwiesen  halte,  und  an
denen  meine  Vernunft  mir  zu  zweifeln  nicht  gestattet.  Ich  glaube
z.  B.,  daß  es  in  der  Welt  nur  einen  Gott  und  einen  Voltaire
gibt.  Ich  glaube  ferner,  daß  dieser  Gott  für  unser  Zeitalter  eines
Voltaire  bedurfte,  um  es  liebenswürdig  zu  machen.“  Was  auch
war  für  Voltaire  auf  solchen  Glauben  noch  zu  erwiedern?  —  Es
war  in  Wahrheit  ein  Glaube,  der  Berge  versetzte.

1)  Oeuv.  XVI.  143.  Sept.  1737.  —  2)  Oeuv.  XXI.  245.  Nov.  1738.