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Wir  wiederholen,  daß  der  Prinz  selbst  sich,  nicht  ein  anderer
ihn  also  schildert.  Diese  Schilderung  wird  nicht  widerlegt.  Es
ist  keine  Nachricht  auf  uns  gekommen,  daß  der  Prinz  auch  nur
einmal  mit  männlicher  Würde  gegen  eine  solche  Behandlung  aufgetreten
  sei.  Er  sagt  selbst,  daß  Furcht  und  Respect  ihm  den
Mund  verschließe.  Er  ist  darauf  gefaßt  mit  dem  Könige  niemals
in  Frieden  zu  leben.  Er  betrachtet  seinen  Vater  als  den  grausamsten
  Feind,  der  ihn  unaufhörlich  belauert,  um  den  Augenblick  zu
finden,  wo  er  ihm  den  Nickfang  geben  könne.  „Ich  muß  auf  meiner
Hut  sein.  Der  geringste  falsche  Schritt  reicht  hin  zu  meiner  Verurtheilung.
  Man  verfolgt  mich  mit  Erbitterung.  Man  macht  mich
gehässig  auf  alle  Weise.  Ich  denke  tausendmal  an  das  italienische
Wort:  dulde  und  schweige.  Es  ist  schwer  diesen  Grundsatz  auszuführen.
  Man  kann  sich  dem  unwiderruflichen  Gesetze  des  Schicksals
  nicht  entziehen.  Gegen  die  Nothwendigkeit,  gegen  das  was
von  Ewigkeit  her  bestimmt  ist,  sich  widersetzen  zu  wollen,  ist
Thorheit.“

Und  dann  wieder  schreibt  der  27jährige  Mann  in  denselben
Tagen,  März  1739:t)  Es  ist  mir  sehr  erfreulich  zu  vernehmen,
daß  meines  allergnädigsten  Vaters  Gesundheit  sich  Gottlob  bessert.
Ich  wünsche,  daß  ich,  so  lange  ich  lebe,  solche  erfreuliche  Zeitung
von  meines  allergnädigsten  Vaters  Gesundheit  hören  möge,  worüber
  sich  alle  redlich  gesinnte  Leute  freuen  müssen.“

Allein  es  ist  nicht  genug  mit  frommen  Wünschen,  um  das
Wohlwollen  des  Vaters  zu  erlangen.  Der  König  hat  gern  Geschenke,
  und  wären  es  auch  nur  Erdbeeren,  Lachs  und  Honig.  Aber
er  verlangt  stillschweigend  auch  Anderes.  Es  müssen  Rekruten  geschafft
  werden,  je  länger  gewachsen,  desto  besser.  Diese  sind  theuer
und  die  Mittel  des  Prinzen  sehr  beschränkt.  Er  versucht  es  wohl
einmal  auf  andere  Weise.  Er  hat  die  Werbepatente  studiert.  „Ich

1)  Oeuv.  XXVII.  3.  114.