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habe  daraus  ersehen,“  schreibt  er  seinem  Vater,  1)  „daß  wenn  Offiziere
  große  Kerle  wissen,  die  über  6  Fuß  haben,  sie  solche  angeben
sollen,  wenn  sie  nicht  mit  Güte  zu  überreden  sind.  Hier  unweit
von  Perleberg  hält  sich  im  Mecklenburgischen  ein  Schäferknecht  auf,
welcher  6  Fuß  4  Zoll  gewis  halten  soll.  In  Güte  ist  nichts  mit
ihm  auszurichten;  allein  wenn  er  die  Schafe  hütet,  so  ist  er  allein
auf  dem  Felde,  und  mit  einigen  Offizieren  und  tüchtigen  Unteroffizieren
  könnte  man  ihn  schon  kriegen.  Es  ist  derselbe,  nach
welchem  schon  einmal  die  Husaren  ausgeschickt  sind.  Ich  habe  hier
Offiziere,  die  dort  schon  bekannt  sind.  Deshalb  wollte  ich  fragen,
ob  mein  allergnädigster  Vater  befiehlt,  daß  man  ihn  aufheben  soll
oder  nicht.“  —  Es  scheint,  daß  Friedrich  Wilhelm  sich  geschämt
habe  so  unmittelbar  persönlich  in  diesen  Menscheuraub  verwickelt
zu  werden.  Sein  System  war  die  Augen  zuzudrücken  und  nicht
zu  bestrafen.  Der  Vorschlag  des  Sohnes  war  ihm  zu  stark.  Er
erwiedert  ihm:  „Ihr  sollt  mir  berichten,  unter  welchem  Edelmanne
er  steht  und  wer  seine  Obrigkeit  ist:  alsdann  will  ich  weitere  Befehle
  geben.“  Für  gewöhnlich  indessen  mußte  der  Prinz  Rekruten
kaufen.  Aber  er  hat  kein  Geld.  Die  Cabinetsordre,  durch  welche
ihn  sein  Vater  creditlos  gemacht,  ist  niemals  aufgehoben.  Der  Prinz
kann  nur  mit  großer  Mühe  Geld  bekommen,  und  wird  dann  von
seinen  Gläubigern  unablässig  gedrängt.  Er  ist  fast  schlimmer  daran,
  als  ein  überschuldeter  Privatmann.  Es  ist  jämmerlich  zugleich
und  komisch,  wie  er  sich  winden  muß,  um  durch  den  sächsischen
Gesandten  Suhm  in  Rußland  von  dort  Geld  geliehen  zu  bekommen.
  Sie  dürfen  die  Sache  nicht  beim  rechten  Namen  nennen.
Sie  reden  von  Bibliotheken,  von  guten  Büchern,  die  so  rar  sind;
aber  die  Sache  ist,  daß  ein  Band  so  und  so  viel  tausend  Reichsthaler
  bedeutet.:)  „Ich  habe  neue  Bücher  geliehen,“  sagt  der  Prinz,
„weil  ich  glaubte  sie  bezahlen  zu  können.  Nun,  da  ich  den  Stand

1)  Preuß:  Urkundenbuch  II.  p.  209.  —  2)  Oeuv.  XVI.  261.