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Sicherheit  das  Ende  kommen  sieht,  weiß  er  sich  zu  fassen.  „Mein
Inneres  ist  ruhig,"  schreibt  er  an  Suhm,  „und  ich  kann  Ihnen
versichern,  daß  ich  niemals  mehr  Philosoph  gewesen  bin,  als  bei
dieser  Gelegenheit.“

In  gleicher  Weise  berichtet  er  an  seine  Schwester  in  Baireuth.
  4)  Er  meldet  am  21.  März:  „Der  König  befindet  sich
schlechtrr.  Machen  Sie  Sich  über  seine  Genesung  keine  Hoffnungen;
  denn  er  hat  Entzündung  in  der  Lunge  und  kann  unmöglich
  wieder  aufkommen.  Machen  Sie  Sich  gefaßt  täglich  die
Nachricht  von  seinem  Tode  zu  erhalten.“  In  der  Markgräfin
scheinen  bei  solchen  Nachrichten  dennoch  wieder  kindliche  Gefühle
zu  erwachen.  „Der  Zustand  des  Königs  macht  mich  sehr  bekümmert.
  Die  Natur  spricht,  und  er  hat  mir  en  dernier  lieu  tausendfache
  Gnade  erwiesen.“  Sie  wünscht  nach  Berlin  zu  kommen.
Der  Bruder  verweist  es  ihr,  am  10.  April  1740:  „Ich  begreife
nicht,  wie  es  möglich  ist  eine  so  lebhafte  Sehnsucht  zu  haben  unter
den  gegenwärtigen  Umständen  hieher  zu  kommen.  Der  König  ist
in  der  That  sehr  schlimm;  aber  das  Leben  in  Berlin  wird  Ihnen
nicht  zusagen.  Seit  acht  Jahren  sind  Sie  nicht  hier  gewesen,  und
vielleicht  hat  das  die  Erinnerungen  von  tausend  Kleinigkeiten  ausgelöscht,
  die  eine  Anwesenheit  von  zwei  Tagen  in  Berlin  auf  Ihre
Kosten  auffrischen  würden.“  Er  selbst  ist  damals  in  Ruppin.  Er
fügt  hinzu:  „Ich  reise  übermorgen  ab,  um  auf  die  Galeere  zurückzukehren.
  Fürchten  Sie  nichts  weder  für  die  Standhaftigkeit  der
Königin,  noch  für  meinen  Stoizismus.  Wir  beide  werden  uns
kein  Dementi  geben,  und  Sie  werden  es  sehen,  si  le  cas  arrive.“

Weiter  berichtet  der  Prinz  aus  Ruppin  am  3.  Mai:  „Der
König  ist  in  seinem  Zustande  nach  Potsdam  gegangen.  Es  ist
schlimmer  mit  ihm  als  je.  Wir  rechnen  nicht  mehr  nach  Monaten,
sondern  nach  Wochen.  Das  Exerciren  hat  mich  aus  der  Galeere

1)  Oeuv.  XXVII.  1.  p.  67.