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gezogen;  aber  ich  glaube,  es  wird  nicht  lange  mehr  dauern.  Ich
athme  die  Freiheit  mit  Lust;  denn  vielleicht  muß  ich  ihr  auf  lange
Zeit  entsagen.  Sie  können  leicht  über  meine  Lage  urtheilen,  da
Sie  die  Umstände  kennen.“!1)

Er  trifft  bereits  damals  seine  Anstalten,  um  vor  der  Welt
zugleich  als  Schriftsteller  und  als  König  aufzutreten.  Für  den
ersteren  Zweck  hat  er  sich  den  Fürsten  des  Machiavelli  erkoren.
Seit  mehren  Jahren  schon  war  dieser  Politiker  ein  Gegenstand
besonderer  Aufmerksamkeit  des  Prinzen  gewesen.  Er  bedauerte  es
1738,  daß  Voltaire  diesen  Namen  unter  diejenigen  der  großen
Männer  setze;  denn  Machiavelli  sei  nicht  ein  redlicher  Mann.  Voltaire
  nahm  sein  Urtheil  zurück.  Der  Prinz  war  hocherfreut  und
schrieb  den  17.  Mai  1738:  „So  ist  also  Machiavelli  von  der  Liste
der  großen  Männer  gestrichen,  und  Ihre  Feder  bedauert  sich  mit
seinem  Namen  besudelt  zu  haben.“  Der  Prinz  nahm  sich  vor
mehr  zu  leisten,  als  die  Verneinung  des  Anspruches  auf  einen
großen  Namen.  Er  beschloß  Machiavelli  zu  widerlegen.  Was
auch  konnte  geeigneter  erscheinen?  Machiavellis  Buch  vom  Fürsten
galt  damals  schon  seit  zwei  Jahrhunderten  als  der  Inbegriff  alles
dessen,  was  an  einem  Fürsten  moralisch  häßlich  und  abscheulich  ist.
Man  kannte  damals  wie  heute  keinen  schlimmeren  Vorwurf  für
einen  Fürsten,  als  denjenigen  des  Machiavellismus.  Es  hat  viele
Leute  gegeben,  und  zwar  scheint  Friedrich  als  Prinz  mit  zu  ihnen

1)  Je  merkwürdiger  es  ist  diese  Briefe  zu  lesen,  um  so  mehr  ist  es
zu  bedauern,  daß  sie  nicht  mehr  vollständig  zu  sein  scheinen.  Der  Prinz  sagt
seiner  Schwester  p.  81,  daß  er  keine  Woche  vergehen  lasse,  ohne  an  sie  zu  schreiben.
  Nun  aber  sind  für  die  28  Wochen  vom  15.  November  1739  bis  zum  1.
Juni  1740  nur  sieben  Briefe  an  die  Markgräfin  vorhanden.  Mithin  ist  anzunehmen,
  daß  die  anderen  21  verloren  sind.  Wir  halten  für  nöthig  dies  zu  erwähnen,
  weil  der  Herausgeber  Tom.  XXVII.  p.  XIII.  bemerkt,  daß  fast  kein
Brief  dieser  Correspondenz  fehlt,  well  beide  Personen  dieselbe  sorgfältig  bewahrten.