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letzten  Wunsch  seinem  Nachfolger  dringend  empfohlen.  Wenn  es
damals  nicht  anders  ging,  ertrug  man  mit  widerwilligem  Murren
die  endlosen  Quälereien  der  preußischen  Werber.  Wo  man  es
vermochte,  zog  man  sie  zur  schweren  Rechenschaft.  Man  wußte
doch  einmal,  daß  es  nicht  zum  Aeußersten  kam.  Friedrich  Wilhelm,
hieß  es,  spanne  beständig  den  Hahn,  drücke  aber  nicht  los,  sondern
spanne  ihn  dann  wieder  ab.)  Was  aber  war  von  dem  Nachfolger
  zu  erwarten  à  Schon  im  ersten  Monate  deutete  er  an,  daß
er  in  Reichssachen  keine  andere  Entscheidung  anerkenne,  als  die
Gewalt.  Die  Grafschaft  Hanau  fiel  an  Hessen-Cassel;  aber  der
Kurfürst  von  Mainz  erhob  Ansprüche  auf  Rumpenheim.  Der
Landgraf  wandte  sich  an  den  neuen  König,  für  welchen  auch  er
Mannschaft  stellte.  Der  König  erklärte  dem  Kurfürsten:  er  werde
den  Landgrafen  mit  Gewalt  schützen.

Dann  trat  eine  andere  Thatsache  hervor.  Herstall  an  der
Maas  war  Friedrich  Wilhelm  aus  der  oranischen  Erbschaft  zugefallen.
  Der  Bischof  von  Lüttich  war  Lehensherr  und  besaß
einige  Rechte  der  Landeshoheit.  Dies  Verhältnis  und  der  Unfug
der  Werber  des  Königs  auf  dem  Gebiete  des  Bischofs  führte  zum
Streite.  „Ein  armseliger  Bischof  von  Lüttich,“  berichtet  Friedrich  II.,2)
„suchte  eine  Ehre  darin  dem  verstorbenen  Könige  Kränkungen  anzuthun.“


Der  Schwache  sucht  den  Starken  zu  kränken?  Friedrich  schöpft
daraus,  wie  er  sagt,  die  Lehre,  daß  Mäßigung  eine  Tugend  ist,
welche  wegen  der  Verderbnis  der  Zeiten  die  Staatsmänner  nicht
immer  strenge  ausüben  können.  Als  die  Bewohner  von  Herstall
Schwierigkeit  machen  ihm  zu  huldigen,  erhebt  der  König  gegen
den  Bischof  den  Vorwurf  des  Mitwissens  und  der  heimlichen  Theilnahme,
  und  läßt  Truppen  in  das  Gebiet  desselben  einrücken.  Der

1)  Dohms  Denkwürdigkeiten  m.  8.  IV.  135.  —  2)  Histoire  de  mon
temps.  Zu  Anfang.