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gemeinsame  Reichsverfassung,  ohne  alle  Gefahr  für  ihn,  wenn  nicht
er  selbst  sie  angriff.

„Diese  Lage  bewirkte,  daß  man  im  Falle  des  Krieges  mehr
Feinde  zu  fürchten  hatte,  als  wenn  der  Staat  arrondirt  wäre.
Preußen  konnte  nur  handeln,  indem  es  sich  an  Frankreich  oder
England  lehnte.“

Handeln?  Dies  Handeln  heißt  offenbar  Krieg  führen.  Warum?
Gegen  wen?

„Man  konnte  mit  Frankreich  gehen,  welchem  die  Erniedrigung
des  Hauses  Oestreich  sehr  am  Herzen  lag.“

Also  hier  wird  sofort  und  ehe  man  sich  dessen  versieht,  Oestreich
als  der  Feind  eingebracht,  gegen  den  er  handeln  will.  Um  sich
dies  völlig  klar  zu  machen,  muß  man  sich  die  Lage  der  Dinge  im
Sommer  1740  vergegenwärtigen,  wo  das  Kaiserhaus  von  einer
Moöglichkeit  einer  solchen  Feindschaft  noch  keine  Ahnung,  wo  Friedrich
  II.  öffentlich  auch  nicht  das  leiseste  Zeichen  von  sich  gegeben
hatte,  daß  er  demnächst  über  seinen  friedlichen  Nachbar  herfallen
wolle.  Er  fährt  fort:

„Von  den  Engländern  konnte  man  Subsidien  nur  dann  haben,
wenn  diese  ihrem  eigenen  Interesse  dienten.  Der  Einfluß  von
Rußland  ging  nur  auf  Schweden  und  Polen.  Was  die  Türkei
betrifft:  so  hatte  die  Politik  der  Zeit  begründet,  daß  wenn  die
Franzosen  sie  gegen  Oestreich  oder  Rußland  hetzten,  diese  beiden
Mächte  wieder  den  Chan  der  Tartaren  aufreizten,  der  sie  durch
eine  Diversion  von  den  Türken  befreite.“

Das  heißt  also:  das  Mittel  der  Aufhetzung  der  Türken  war
unpraktisch,  weil  es  von  Oestreich  auf  solche  Weise  paralysirt  zu
werden  pflegte.

„Das  war  der  gewöhnliche  Gang  der  Dinge.  Es  gab  Ausnahmen.
  Aber  nicht  diese  haben  wir  zu  betrachten,  sondern  was
die  gesunde  Politik  des  Staates  forderte.“