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Es  ist  eine  seltsam  gesunde  Politik,  die  stillschweigend  von
dem  Gedanken  ausgeht:  Krieg  um  jeden  Preis.

„Der  Gegenstand,  der  damals  Europa  am  meisten  interessirte,
war  die  Erbfolge  in  Oestreich.  Karl  VI.  hatte  eine  pragmatische
Sanction  gemacht  für  seine  Tochter  Maria  Theresia.  Frankreich,
England,  Holland,  Sardinien,  Sachsen,  das  römische  Reich  hatten
diese  pragmatische  Sanction  verbürgt.  Ja  sogar  der  verstorbene
König  Friedrich  Wilhelm  hatte  sie  gewährleistet“  —

Warum  denn  dieses:  Ja  sogar?  Friedrich  Wilhelm  hatte  nie—
mals  auf  östreichische  Erblande  auch  nur  den  mindesten  Anspruch
geäußert,  der  ihm  diese  Zustimmung  hätte  schwieriger  machen
können,  als  einem  Anderen.  Ferner  hatte  Friedrich  Wilhelm  nicht
für  seine  Person  diese  Bürgschaft  geleistet,  sondern  als  Oberhaupt
seines  Staates,  und  mithin  ging  diese  Gewähr  in  gleicher  Kraft
über  auf  seinen  Nachfolger.

„Unter  der  Bedingung,  daß  der  Wiener  Hof  ihm  die  Erbfolge
in  Jülich  und  Berg  zusicherte.  Der  Kaiser  versprach  den  eventuellen
Besitz  und  erfüllte  das  Versprechen  nicht.  Das  dispensirte  den  König
von  der  Bürgschaft  der  pragmatischen  Sanction,  zu  welcher  der  verstorbene
  König  sich  bedingungsweise  verpflichtet  hatte."

Also  der  König  Friedrich  II.,  aber  nicht  also  lag  die  Sache.
Der  Kaiser  hatte  gegen  Friedrich  Wilhelm  keine  Verpflichtung  eingegangen,
  als  mit  ausdrücklichem  Vorbehalt  1)  seines  höchsten  und
uneingeschränkten  oberrichtlichen  Rechtes  im  Reiche,  und  mit  dieser
Bedingung  hatte  Friedrich  Wilhelm  und  demgemäß  auch  sein  Nachfolger
  die  Erbfolge  der  kaiserlichen  Tochter  in  den  Ländern  des
Vaters  verbürgt.

„Die  Erbfolge  von  Jülich  und  Berg  war  damals  wichtig  für
die  Politik  des  Hauses  Brandenburg.  Der  König  ließ  in  Wien,
in  Paris,  in  London  anfühlen,  wie  man  in  Bezug  auf  sein  In-1)

  Förster  II.  223.  Artik.  IX.