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hatten  verneint.  Was  war  von  den  Gedanken  der  Anderen  zu
erwarten,  die  mit  Gut  und  Blut  den  Krieg  zu  bezahlen  hatten,
die  unendlich  mehr  davon  litten,  als  ein  Feldmarschall  und  ein
Minister?  —

In  dem  Volke,  in  allen  diesen  verschiedenen  Ländern  von
Pommern,  Brandenburg  und  was  sonst  dem  Könige  unterthan
war,  lebte  auch  nicht  der  leiseste  Gegensatz  gegen  diejenigen  Deutschen
und  die  anderen  Volksstämme,  welche  dem  Erzhause  von  Oestreich
unmittelbar  gehorchten.  Zwischen  dem  Deutschen  und  dem  Franzosen,
  dem  Deutschen  und  dem  Russen  ist  ein  natürlicher  Gegensatz.
  Die  in  unserer  Zeit  bestehende  Abneigung  der  Pommern,
der  Brandenburger  gegen  den  Steiermärker,  den  Tyroler,  ist  nicht
eine  natürliche,  sondern  eine  gemachte,  freilich  durch  Blut  gedüngte,
durch  das  Blut,  welches  Friedrich  II.  hat  vergießen  lassen.

Denn  daß  wir  es  kurz  und  mit  einem  Worte  sagen:  der
König  Friedrich  II.  hat  die  Einheit  eines  deutschen  Reiches  und
einer  deutschen  Nation  unmöglich  gemacht.  Nicht  die  Kirchenspaltung
  des  sechszehnten  Jahrhunderts  hat  das  vermocht,  nicht  der
dreißigjährige  Krieg  und  der  westfälische  Friede.  Sie  konnten  das
Reich  lockern.  Der  entsetzliche  Krieg  und  der  traurige  Friede  konnten
Wohlstand  und  bürgerliche  Freiheit  zertrümmern,  die  Stände  und
Corporationen  dem  Willen  der  Territorialfürsten  opfern,  das  Recht
und  die  Macht  des  obersten  Richters  im  Reiche  verkümmern  bis
auf  ein  Geringes;  aber  noch  blieben  die  Formen,  die  unter  günstigeren
  Umständen  ein  neu  erwachender  Nationalgeist  wieder  erfüllen
und  beleben  konnte.  Mit  dem  Auftreten  Friedrichs  II.  war  das
vorbei.  Was  von  einem  deutschen  Reiche  noch  vorhanden  war,
das  opferte  dieser  Mann,  dessen  Seele  früh  sich  gelöst  hatte  von
allen  heiliger  Banden  der  Pietät,  dem  Phantome  seines  hohlen
Ruhmes.  Er  allein.  Er  zerspaltete  das  Reich.  Er  schuf  den
Dualismus.  Denn  das  mußte  auch  ihm  klar  sein,  daß  selbst  im
günstigsten  Falle,  wenn  es  ihm  gelang  Schlesien  nicht  bloß  zu  ge-