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dies  Buch  zum  zweiten  Male  gedruckt,  um  der  Welt  zu  verkünden,
daß  die  wahre  Politik  der  Könige  einzig  auf  Gerechtigkeit,  Klugheit
  und  Güte  gestützt  sein  dürfe.  Es  ist  wahrscheinlich,  daß  das
erste  Erstaunen  über  dies  Buch  überboten  sei  durch  das  zweite  über
das  Thun  des  Verfassers.

Und  man  wolle  doch  auch  nicht  sagen,  daß  irgend  Jemand
auf  deutschem  Boden,  mit  Ausnahme  vielleicht  dieser  oder  jener
Offiziere  des  Heeres  die  unerhörte  That  gebilligt  habe.  Friedrich
selbst  kann  die  allgemeine  Misstimmung  nicht  verhehlen.  Er  spricht
nicht  von  irgend  einem  Beifalle:  er  erörtert  nur  den  Tadel,  und
findet  Beweggründe  für  denselben  von  seltsamer  Art.  Es  gibt
Tadelsüchtige  überall  in  jedem  Lande,  meinte  er.  Diese  beneideten
dem  Staate  die  Vergrößerung,  deren  er  fähig  war.  Seltsam!  Und
das  sollten  die  eigenen  Unterhanen  thun?  Er  knüpft  den  Tadel
insbesondere  an  die  Person  des  alten  Generals  Leopold  von  Anhalt-Dessau.
  Er  schreibt  den  Eifer  desselben  dem  Verdrusse  darüber
zu,  daß  der  Plan  nicht  von  ihm  selbst  ausgegangen.  Darum
prophezeit  er,  meint  der  König,  über  Preußen  lauter  Unheil,  wie
Jonas  über  Ninive.  Hatte  der  alte  Mann  denn  in  Wahrheit
keine  andere  Gründe?  Friedrich  erörtert  auch  diese.  Leopold  von
Dessau,  sagt  er,  betrachtete  das  kaiserliche  Heer  als  seine  Wiege.
Er  hatte  Gefühle  der  Dankbarkeit  gegen  den  Kaiser  Karl  VI.,
weil  dieser  der  nicht  ebenbürtigen  Frau  des  Dessauers  ein  Fürstendiplom
  geschenkt.  Er  fürchtete  die  Vergrößerung  des  Königs,  durch
welche  ein  Nachbar,  wie  der  Fürst  von  Anhalt,  zum  Nichts  heruntergesetzt
  ward.  Freilich  war  ja  dies  Gefühl  der  Furcht  vor  dem
Aufwachsen  des  neuen  Königs,  der  sich  nicht  wie  der  Kaiser,  durch
Pflichten  und  durch  Worte  gegen  jede  Verletzung  der  Rechte  Anderer
  binden  ließ,  allen  deutschen  Fürsten  gemeinsam.  Aus  diesem
Grunde,  sagt  Friedrich  weiter,  säete  der  alte  General  von  Dessau

1)  Oeuv.  II.  58.