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gemeldeten  Nachrichten  keinen  Glauben  beimessen.“  Also  berichtet
der  König  selbst.  Er  scheint  die  Bedeutung  dieser  Worte  gegen
ihn  wohl  nicht  zum  Vollen  gewürdigt  zu  haben.  Im  anderen
Falle  hätte  er,  der  mit  anerkennenswerther  Geschicklichkeit  die  Dinge
in  seinem  Lichte  sieht  und  dahin  sie  wendet,  wohl  kaum  dies  inhaltsschwere
  Zeugnis  gegen  sich  selbst  der  Nachwelt  überliefert.  Dennoch
  schickte  man  den  Marquis  Botta  nach  Berlin.  Die  Wahrheit
  ließ  sich  nicht  mehr  verhehlen.  Botta  redete  von  den  schlechten
Wegen  in  Schlesien  und  dergleichen  Dingen.  War  dies  ein  geeignetes
  Verfahren  die  Ruhmgier  des  Königs  zu  hemmen?

Hören  wir  für  das  Folgende  den  König  selbst.“)

„Obwohl  der  König  fest  entschlossen  war  für  den  einmal  gefaßten
  Plan,  hielt  er  es  doch  für  schicklich  Versuche  der  gütlichen
Ausgleichung  bei  dem  Hofe  von  Wien  zu  machen.  In  dieser  Ansicht
  schickte  er  den  Grafen  Gotter  dahin.  Er  sollte  der  Königin
von  Ungarn  erklären,  daß  wenn  sie  die  Rechte  des  Königs  auf
Schlesien  anerkenne,  dieser  Fürst  ihr  seine  Hülfe  anbiete  gegen  alle
offenen  und  versteckten  Feinde,  welche  die  Erbfolge  Karls  VI.  bestreiten
  würden,  und  ferner  seine  Stimme  auf  dem  Wahltage  für
ihren  Gemahl,  den  Großherzog  von  Toscana.“

Also  der  König.  Er  forderte  indessen  von  Maria  Theresia
nicht  bloß  die  vier  Fürstenthümer  in  Schlesien,  auf  welche  seine
Staatsjuristen  längst  vergessene  Ansprüche  deduzirten,  sondern  er
forderte  ganz  Schlesien.  Andere  Feinde  der  Erbfolge  Karls  VI.
gab  es  damals  noch  nicht.  Friedrich  selbst  war  der  Einzige.

„Da  zu  vermuthen  stand,  daß  dieses  Anerbieten  zurückgewiesen
würde,  so  hatte  in  diesem  Falle  der  Graf  Gotter  die  Vollmacht
der  Kriegserklärung.  Das  Heer  war  eifriger,  als  der  Graf  Gotter.
Es  betrat  Schlesien  zwei  Tage  vor  der  Ankunft  des  Grafen  Gotter
in  Wien.“

1)  a.  a.  O.  p.  57.
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