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Das  heißt  mit  anderen  Worten  kurz  und  bündig  dargelegt:
der  König  wollte  Krieg  um  jeden  Preis.

Noch  einmal,  bevor  der  König  selber  abreiste,  trat  der  Marquis
  Botta  mahnend  und  warnend  zu  ihm.  „Sire,“  rief  er  aus,
„Sie  werden  das  Haus  Oestreich  zu  Grunde  richten  und  stürzen
sich  zugleich  selbst  in  den  Abgrund.“  —  „Es  hangt  bloß  von  der
Königin  ab,“  erwiederte  Friedrich  II.,  „die  ihr  gethanen  Vorschläge
anzunehmen.“  Botta  würdigte  diese  Worte  keiner  Entgegnung.  Er
bemerkte  ironisch:  „Ihre  Truppen  sind  schön,  Sire,  ich  gestehe  es.
Die  Unsrigen  haben  nicht  das  Aeußere;  aber  sie  haben  den  Wolf
gesehen.  Ich  beschwöre  Sie,  bedenken  Sie,  was  Sie  thun  wollen.“
Der  König  erwiederte  ungeduldig:  „Sie  finden,  daß  meine  Truppen
schön  sind.  Bald  sollen  Sie  gestehen,  daß  sie  auch  gut  sind.“

Es  war  ein  Italiener,  den  man  von  Wien  aus  an  diesen  König
schickte.  Ein  deutscher,  ein  national-gesinnter  Mann  hätte  vielleicht
noch  andere  Gründe  von  schwererm  Gewichte  dem  deutschen  Reichsfürsten
  entgegen  halten  können,  Gründe  der  Nothwendigkeit  des
Zusammenstehens  gegen  den  gemeinsamen  Feind  nach  Ost  und  West,
denen  nur  die  Kraft  einer  gesammten  deutschen  Nation  gewachsen  ist.
Aber  freilich,  was  wußte  Friedrich  II.  von  einer  deutschen  Nation?
Er  kannte  nur  das  selbstgeschaffene  Trugbild  einer  nation  prussienne.
Sein  Vater  hatte  in  der  derben  Sprache  des  Tabacks-Collegiums
mit  heftigem  Ingrimme  sich  geäußert:  „Das  muß  ein  Cujon  von
einem  deutschen  Fürsten  sein,  der  es  mit  Frankreich  gegen  das
Kaiserhaus  hält!  Und  ich  selbst  müßte  auch  Einer  sein,  wenn  ich
es  thäte.“  Anders  dachte  der  Sohn.  Was  jeder  deutsche  Patriot
zu  allen  Zeiten  gefürchtet  und  je  nach  Kräften  abgewehrt  hat,  die
Einmischung  Frankreichs  in  die  deutschen  Angelegenheiten,  das  eben
hoffte,  wünschte,  ersehnte  dieser  neue  König.  Diese  Hoffnung,  dieser
Wunsch  war  eine  Grundlage  seiner  Plane.  Der  König  Ludwig  XV.
sollte  nach  diesem  Wunsche  und  dieser  Hoffnung  der  Schiedsrichter
des  östreichischen  Erbes  sein.