Siebenter  Abschnitt.

In  späterer  Zeit  als  eine  lange  Gewöhnung  die  Erinnerung
an  den  einstigen  Rechtszustand  im  Reiche  getrübt  hatte,  hat  sich
einer  der  ehrenwerthesten  Anhänger  1)  des  Königs  Friedrich  geäußert:
  nur  bei  dem  ersten  schlesischen  Kriege  könne  man  dem
Könige  Eroberungsgier  vorwerfen.  Wir  unsererseits  verlangen  zunächst
  nicht  mehr  als  dieses  eine  Zugeständnis.  Es  wird  dann
unsere  Aufgabe  sein  darzuthun,  daß  an  dieser  einen  That  der  Eroberungsgier
  alle  anderen  hangen,  wie  die  Glieder  einer  Kette  an
dem  ersten.  Wir  werden  nachzuweisen  haben,  daß

Das  eben  ist  der  Fluch  der  bösen  That,
daß  sie  fortzeugend  Böses  muß  gebären.

Die  Stimmung  der  Berliner  und  der  Deutschen  überhaupt,
die  dem  Könige  Friedrich  gehorchten,  läßt  sich  auch  aus  den  matten
Streiflichtern,  die  der  vorsichtige  Philosoph  Jordan  vor  seinem
Herrn  darauf  wirft,  dennoch  wohl  erkennen.  Der  König  vertheidigt
sich  vor  Jordan  in  langen  Reden,  weshalb  er  das  Bündnis  mit
den  Franzosen  und  dem  neuen  Kaiser  Karl  VII.,  seinem  und  der
Franzosen  Geschöpfe  gebrochen  um  seines  Vortheiles  willen.  Be-1)

  Dohm  V.  303.