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als  fast  alle  andere  deutsche  Fürsten  und  die  ganze  Nation  misbilligte
  die  ungerecht  und  frevelhaft  gegen  das  Haus  Oestreich
unternommenen  Eroberungskriege.  Jener  Zeitungsschreiber  von
Erlangen  sprach  nur  aus,  was  die  Markgräfin  selber  dachte.  „Sie
haben,“  redet  der  erzürnte  Bruder  sie  an,  „offenbare  Parteilichkeit
für  alles  was  öftreichisch  ist.  Sie  haben  meiner  grausamsten  Feindin,
  der  Königin  von  Ungarn,  tausend  Unterwürfigkeiten  erwiesen
zu  einer  Zeit,  wo  sie  über  meinen  Untergang  nachsann.“  War  nicht
eher  dies  letzte  Verhältnis  umgekehrt  richtig?  Friedrich  nannte  die
Truppen  des  Kaiserhauses  nur  die  Oestreicher.  „Wir  haben  eben
die  Oestreicher  geschlagen,“  meldet  er  im  October  1745  seiner
Schwester,  „oder  wenn  Sie  es  vorziehen,  die  Kaiserlichen.  Es  wird
in  Ihrem  Belieben  stehen  sie  auch  ferner  so  zu  nennen.“

Das  Jahr  1744  war  so  übel  abgelaufen,  daß  Friedrich  II.
an  Frieden  dachte.  Er  erinnerte  Ludwig  XV.  an  die  Versprechungen.
Er  betheuerte  abermals  vor  diesem  französischen  Könige,  und  vor
der  Nachwelt,  daß  er  den  böhmischen  Krieg  nur  unternommen,  um
das  Elsaß  zu  retten.  Pour  sauver  lAlsace,  also  lauteten  die
Worte  des  Königs.)  Es  geschah  von  Frankreich  aus  nichts.
Ludwig  XV.  faßte  einen  anderen  Plan.  Damals  starb  der  Kaiser
Karl  VII.,  die  Puppe  dieser  beiden  Könige.  Die  Franzosen  gedachten
  eine  neue  Puppe  in  August  dem  Kurfürsten  von  Sachsen
und  König  von  Polen  als  Kaiser  zu  erheben.  Der  Plan  kam  für
Friedrich  gelegen,  weil  er  das  beste  Mittel  war  diesen  König  von
Polen  und  Maria  Theresia,  welche  die  Kaiserkrone  für  ihren  Gemahl
  wollte,  unwiederbringlich  zu  entzweien.  War  erst  diese  Feindschaft
  ausgebrochen:  so  hatte  Friedrich  gewonnenes  Spiel.  Er
durfte  sich  nur  mit  Maria  Theresia  vergleichen  und  dadurch  den
Sachsen  um  alles  bringen,  was  er  erstrebte.  Deshalb  ging  Friedrich
  II.  auf  die  Vorschläge  Ludwigs  ein.  Wir  sehen,  daß  es  aber-1)

  Oenv.  III.  82.